
Nachruf auf Ludwig „Wick“ Stadler
Mit dem Ableben von Ludwig „Wick“ Stadler am 28. Juli 2026 verliert Oberharthausen einen liebenswerten Menschen, der das Dorfleben über Jahrzehnte bereicherte und mit seiner Musik, seinem Handwerk und seiner Herzlichkeit Spuren hinterließ.
Geboren am 29. März 1935 im Gemeindehaus Oberharthausen, wuchs Wick in einer vertrauten Umgebung als Sohn des Dorfhirten Stadler auf. Er hatte noch zwei Geschwister, die Katharina und Maria. Als Junge erzählt man, war er ein „Wuider Hund“. Er hatte sich durch Arbeitsfleiß eine schnelle 350er Horex (Motorrad) gekauft, womit er auch bei den Mädchen immer gut ankam. Nach seiner Ausbildung zum KFZ-Mechaniker in Straubing führte sein Berufsweg über den Viehtransport und Busfahren schließlich jahrzehntelang in die Justizvollzugsanstalt Straubing, wo er Gefangenentransporte machte und zahlreiche Warenlieferungen für die dortige Schreinerei erledigte – bis zu seiner wohlverdienten Rente.
Doch weit mehr als seine berufliche Tätigkeit machte Wick seine Musik in unserem Dorf bekannt und beliebt. Sie war Herzenssache und eine lebendige Brücke zwischen den Menschen. Ob beim Burschenabschied, Starkbierfest, Dorffest, Kappenabend, nach Treibjagden oder Geburtstagsfeier – überall verstand es Wick, mit seiner Quetschn und später dem Keyboard für unvergleichliche Stimmung zu sorgen. Zusammen mit Gstanzlsänger Sepp Danner bildete er ein unschlagbares Duo, das die Wirtsstuben zum Beben brachte. Mit seinem Freund Hans Asch aus Pönning spielten sie in der „Hall“ in Oberharthausen oder beim „Vögl Wirt“ in Pilling Siedlung groß auf. Mit zwei Kollegen aus der JVA bildete er auch ein Trio, die so manche Veranstaltung bereicherten. Besonders seine Vorliebe für die österreichische Weinmusik und Stücke wie „Ana hod immer des Bummerl“ oder das einfühlsame „Fraunkäferl“ machten ihn zu einem einzigartigen Vertreter der volkstümlichen Unterhaltung. Seine regelmäßigen Urlaubsreisen in die Wachau zeugten von seiner tiefen Verbundenheit mit dieser Musik.
Neben seiner musikalischen Begabung war Wick ein leidenschaftlicher Handwerker. Als „Holzwurm“ brachte er seine Fertigkeiten bei der Renovierung der Heiligenfigur „Hl. Katharina“ in der Filialkirche Oberharthausen (Wagenrad und Kelch), sowie bei der Erstellung des Lesepults und der Verzierung des Altars ein. Für die Landjugend schuf er zudem für den Maibaum Zunftzeichen und Maibaumschilder. Langjährige Mitgliedschaften bei der Freiwilligen Feuerwehr und bei der Krieger- und Soldatenkameradschaft sind Zeichen seiner großen Verbundenheit mit dem Dorf.
Auch im Motorsportclub Straubing engagierte sich Wick tatkräftig, half bei Rallyes als Streckenposten und organisierte Maibäume für den Club. Seine Leidenschaft fürs Angeln fand er im Fischereiverein Straubing. Als Hobbyfilmer hielt er wertvolle Momente fest – von der Entstehung des Gemeinschaftshauses bis hin zu Theaterproben der Landjugend, und bewahrte so die Erinnerung an viele unvergessliche Ereignisse.
Besonders innig war das gemeinsame Leben mit seiner geliebten Frau Marille. Jahrzehntelang nahmen sie am Dorfgeschehen teil und pflegten ihren Stammtisch beim „Singenden Wirt“ in Elisabethszell. Mit seinem Humor und seinem bekannten Spruch „Na servas Rosl“ brachte Wick immer wieder Freude und Leichtigkeit in den Alltag.
Das Leben stellte Wick vor große Herausforderungen, doch sein Schutzengel wachte über ihn. Beim verheerenden Bombardement am 5. Februar 1945 bewahrte ihn eine glückliche Fügung davor, getroffen zu werden, obwohl Menschen in seiner Nähe starben. Ein „Lob Gottes“ in seinem Schulranzen hielt den Granatsplitter von ihm ab und rettete ihm das Leben. Dieses Wunder schenkte ihm ein langes Leben, das er mit seiner Familie und seinen Mitmenschen teilte. Wick war dem Herrgott für seine Rettung zeitlebends dankbar. Er war ein fleißiger Kirchgänger und guter Christ. Den 5.Februar bezeichnete er immer als seinen 2. Geburtstag. Trotz dieses schweren Unglücks folgte ein erfülltes Leben, das nun nach dem Tod seiner Frau im August 2024 eine schwere Prüfung erfuhr. Der Abschied von Marille nahm ihm vieles, und am 28.7.2026 wurde sein 91-jähriges Leben berendet.
Lieber Wick, deine Lieder sind verklungen, doch deine Melodien leben im Herzen unseres Dorfes weiter. Mögest du nun friedlich Ruhe finden, vereint mit deiner geliebten Marille, vielleicht spielst du ja im Paradiesgarten mit anderen Oberharthausenern zusammen, die deine Musik und deinen Geist kennen und schätzen.
Danke für alles, was du uns gegeben hast. Du hast Oberharthausen liebenswerter und bunter gemacht. Ruhe in Frieden.





Bilder aus seinem Leben

Personalausweis von Ludwig Stadler von 1942

Stadler Wick als zweiter von rechts mit einem Fahrrad am Kirchplatz

Stadler Wick als vierter von rechts in der Oberharthausener Fußballmannschaft "SC Oberharthausen"



Altes Haus der Familie Stadler mit dem Schweinepferch am heutigen Boltzplatz.
Hier wachte auch der Hund des Hüters Stadlers, genannt "Wasser" über die Dorftiere.
Haus vom Stadler Wick

Ganze Hofstelle der Familie Stadler als Luftaufnahme

als junger Mann fuhr der Wick gerne schnell mit seiner 350er Horex (Symbolbild)

Zu seinem 50. Geburtstag schrieb ihm der Xare Mayer ein schönes Gedicht.
Hier wurden lustige Begebenheiten aus dem Leben von Wick zusammen getragen.
Im Original ist das Gedicht eine lange Schriftrolle, die mir der Wick Stadler
zur Verfügung gestellt hatte. Aus Platzgründen wurde das Gedicht in diese Form gebracht.

Musiktrio mit Wick Stadler in der Mitte und seinen Kollegen aus der JVA

Brautstehlen in der Hall anläßlich der Hochzeit von Traudl Späth.
Wick Stadler hat gespielt und Sepp Danner hat gesungen

Einweihungsfeier des Gemeinschaftshauses 2002

Einweihungsfeier des Gemeinschaftshauses 2002, Wick spielt und Uli singt

Wick spielt am Abschiedsfest der Wirtsleute Emmi und Fritz Schrock auf der "Hall"
Sepp Danner singt Stanzl und Wick Stadler begleitet ihn im Gemeinschaftshaus
anläßlich des 50. Geburtstags von Franz Pömmerl 2005
Wick spuit auf und der Danner Sepp und der Aigner Uli singen zum 50. Geburtstag von Sepp Aigner 2004
hier singt Sepp mit der Begleitung von Wick Stadler das Aignerlied
"Josef Aigner heißt die Firma"
Marille und Wick beim 50. Geburtstag von Sepp Aigner 2004
Starkibierfest 2007 im Gemeinschaftshaus
Dorffest 2010
Weinfest 2010

Beim Weinfest spielt der Wick auf

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Wick spielte auch der Sieglinde Marxreiter bei ihrer letzten Brot-Ausfahrt
in Oberharthausen 2013 ein Ständchen

Für die Hl. Katarina in der Kirche Oberharthausen machte er ein neues Rad und einen Kelch

Das Lesepult (Ambo) in der Kirched wurde von Wick Stadler renoviert

Auch die Schilder für den Maibaum fertigte Wick an und bemalte sie


Der Landrat a.D. Alfred Reisinger , Stadtrat Erwin Kammermeier und der damalige
Ortssprecher Uli Aigner mit den Maibaumschildern von 2009

Feuerwehr- Vorstand Hanne Aigner und Franz Märkl gratulieren
Wick Stadler zu seinem 90. Geburtstag

Geburtstagsfeier im Seniorenheim Geiselhöring in geselliger Runde
mit der Verwandschaft, Feuerwehr und der Familie Koerffer

Pfarrer Markus Daschner gratulierte dem Jubilar Wick Stadler auf´s Herzlichste



















