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 Ortsentwässerung

Oberflächenkanal vom Feuerweiher (Zellmerweiher) bis hinunter zum Dreschwagenschuppen Aigner

wurde mit der Hand gegraben ( heute Pumphäuschen)

 

Am 10.12.1949 wurde vom neuen Gemeinderat Oberharthausen der erste Haushaltsplan nach dem 2. Weltkrieg aufgestellt. Als eine der ersten Maßnahmen ging man 1950 die Entwässerung des Dorfes an. Wenn man auf alten Bildern den Zustand der Dorfstraße im Winter oder nach einem Regen ansah, dann wird klar, dass eine Entwässerung des Dorfes unumgänglich war. Die Straßen wurden mittels Rohrleitungen entwässert. Der kleine Graben entlang der Dorfstraße wurde aber zu einem Kanal ausgebaut. Er hatte Anschluß an den Feuerweiher (Zellmerweiher). Der Ausbau war so angedacht, dass bei einem Feuer der Weiher abgelassen werden sollte, und dann durch eine Anstauung desselben in einem der zahlreichen Durchlässe, das Löschwasser aus dem Kanal entnommern werden konnte. Dazu wurde aber auch gleichzeitig der seit 1935 bestehende Feuerweiher ausgebaggert und mit Granitsteinen neu befestigt. Die Kosten des Baus musste die Gemeinde mit einer zusätzlichen Kreditaufnahme von 3000 Mark am 24. Mai 1950 decken. Die Ausbaggerung des Feuerlöschweihers kostete damals 1200 DM.  Es gab für die Baumaßnahme verschiedene Zuschüsse für wasserwirtschaftliche Maßnahmen und auch für Förderung des Feuerlöschwesens. Die Kosten insgesamt beliefen sich auf ca. 22000 DM.

Wenn man diese Arbeiten heute machen würde, dann würden Kostenvoranschläge eingeholt, geprüft und dann einer geeigneten Baufirma übergeben. So lief es aber 1950 noch nicht ab. Die gesamten Arbeiten wurden, bis auf das Ausbaggern, in „Eigenleistung“ des Dorfes verrichtet. Dazu hatte die Gemeinde Oberharthausen am 11.1.1950 eine Satzung über die Hand- und Spanndienste erlassen, in der die Verpflichtungen der Bürger des Dorfes geregelt wurden. Für die Arbeiten wurden Anwesenheitslisten erstellt und die geleisteten Stunden und Tätigkeiten festgehalten. Bei der Abrechnung wurden die Arbeiten mit dem gültigen Stundensatz entlohnt. Es gab noch einen zusätzlichen Antrag, den die Gemeinde genehmigte. Darin hieß es am 3.7.1951, dass der jeweils bei den Gemeinschaftsarbeiten Fehlende die Kosten, die für ihn anfallende  Arbeitskräfte, voll zu tragen hat. Damit wurde erreicht, dass nicht nur ein paar Bürger die ganze Gemeinschaftsarbeit erledigen.

Die anfallenden Arbeiten waren unterschiedlich. Der Graben musste mit Hand gestochen werden. Die anfallende Erde musste mittels Pferd oder Traktor weggefahren werden. Kies musste von der Kiesgrube geholt werden. Die schweren Granitsteine für die Böschungen im Weiher und im Graben wurden vom Bahnhof Perkam abgeholt. Sie kamen aus dem Granitwerk in Rattenberg mit dem Zug in Plattling an und wurden dann nach Perkam weiter befördert. Betonrohre und Zement mussten geholt werden. Weiterhin wurde der offene Kanal dann mit Weidezaunstangen gesichert, die auch geholt und angebracht werden mussten.

Durch diesen Dorfkanal konnten die Anwesen des Dorfes weitgehend trocken gelegt werden. Die Entwässerung der Dorfstraße war dann auch wichtig für den späteren Ausbau  im Jahr 1952 von Ringenberg durch Oberharthausen nach Pönning. Geteert wurde diese Straße aber dann erst 1962. Dass früher aus den Höfen ein Überlauf des Odels direkt in den neuen Dorfkanal geleitet wurde, war keine Seltenheit. Später wurden die Richtlinien rigoros verschärft, nachdem Wasserproben vom Wasserwirtschaftsamt dieses „No Go“ entdeckten. Der Kanal war zu der Zeit ein echter „Odlgraben“. Nach einem Regen konnte man es gut riechen, aber die Frösche fühlten sich darin trotzdem wohl. Das „Räumen“ des Grabens erfolgte wieder mit „Hand- und Spanndiensten“ der Dorfbewohner. So sagte der Gemeindediener Hans Krinner ( „Schneider Hans“) ein, dass am nächsten Tag der Graben in Gemeinschaftsarbeit geräumt wird. Dazu hatte dann jedes Haus eine Person abzustellen.

Dieser Kanal war vom Zellmerweiher dorfabwärts bis zum Haus der Familie Weiß verrohrt worden. Ab da lief er frei bis runter zur alten „Dreschwagenschupfa“ der Familie Aigner, da wo jetzt das Pumphäuschen steht. Die Anrainer bekamen verrohrte Brücken in ihre Hofstelle. Wenn großes Hochwasser war, dann war der der Kanal vollgelaufen. Bei der Zufahrt vom Ringenberg  beim Anwesen von Englberger war der Kanal beim Hochwasser völlig überlastet, so dass sich das Wasser zurückstaute und sich über die angrenzenden damaligen Wiesen ausbreitete. Hier fiel damals das Mädchen Gertraud Luger in das Wasser. Jemand packte sie noch blitzschnell, bevor sie in das Rohr gezogen wurde und rettete sie. Die Buben paddelten derweil in einem Sautrog durch die überschwemmten Wiesen. Der Graben könnte so manche Geschichte erzählen. Nach einer feuchtfröhlichen Burschenversammlung beim Gasthaus Wacker  ist einmal ein junger Mann im Odlgraben dorfaufwärts gegangen, weil er auf der Straße zu sehr schwankte und im Graben der gerade Weg vorgegeben war. Ein sehr junger Radfahrschüler ist auch einmal mit einem Fahrrad die Böchung hinuntergefahren und in den Odlgraben geplumpst. Der Vater hat ihn dann mit dem Gartenschlauch abgespritzt, weil er ihn nicht anfassen wollte. Der Graben wurde dann 1977 entlang der Dorfstraße verrohrt. Erst ab dem Haus der Familie Uli Aigner abwärts ist er aus naturschutzrechtlichen Gründen noch offen.

Der Graben heute wird nur noch vom Überlauf des Zellmerweihers und vereinzelten Drainageleitungen gespeist. Alle zulaufenden Rohre aus den Höfen wurden entfernt. Wenn Manfred Zellmer wieder einmal den Weiher abfischt, dann kann sich der Ablauf im alten Dorfgraben wieder nostalgisch an seine Bestimmung von früher erinnern. Durch den neu gebauten Hochwasserschutz im Jahr 2010 wird das Wasser um das Dorf außen herumgeleitet, so dass der alte Kanal kaum mehr geflutet wird. Er ist noch eines der letzten Erinnerungsstücke an die Zeit der 70er Jahre. Wie lange wohl noch?

 


Alle nachfolgenden Dokumente der ehemaligen selbständigen Gemeinde Oberharthausen aus dem Archiv sind dankenswerter Weise von der Stadt Geiselhöring zur Verfügung gestellt worden. Leider sind keine Bilder von den Grabungsarbeiten von damals gemacht worden. 


  

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Entwässerung 1949 - 1951 

(Pdf- bitte klicken)

 


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