
Zeitungsbericht der Stadt Geiselhöring vom 24.05.2016

Bürgermeister Herbert Lichtinger, Ortssprecher Peter Schneck und Veteranenvorstand
Hans Stierstorfer gratulieren dem Jubilar und seiner Frau.
Was haben Papst Franziskus, Uwe Seeler, Rex Gildo, Silvio Berlusconi und Hans Schiesl gemeinsam? Richtig, sie haben alle heuer den 80. Geburtstag! Am 12.05.2016 war es für Hans Schiesl so weit. Bürgermeister Herbert Lichtinger mit Ortssprecher Peter Schneck, Pfarrer Edmund Bock, die Veteranen mit Vorstand Hans Stierstofer und die Abordnung der FFW Oberharthausen mit Vorstand Uli Aigner ließen es sich nicht nehmen, dem Jubilar persönlich zu gratulieren. Die Vorstände freuten sich, dass er schon so lange den Vereinen die Treue hält. In die Feuerwehr Oberharthausen ist er z.B. schon am 14.10.1952 eingetreten, also vor 64 Jahren! Hans Schiesl freute sich über die Glückwünsche und feierte mit den Gästen, den Kindern und der Verwandschaft noch ein paar gemütliche Stunden.
Hans Schiesl wurde am 12.05.1936 geboren. Das Schicksal wollte es, dass er als Bub direkt in die Bombardierung vom 5.2.1945 in Oberharthausen verwickelt wurde.
Pfarrer Josef Schmaißer schreibt in der Dorfchronik:
„Das Anwesen des Johann Schiesl, neben der Auffahrt zum Gürsterhof, wurde schwer getroffen. Ein Volltreffer schlug in den Stall und tötete das Vieh. Einer Kuh wurde der Kopf abgerissen. Er flog, noch angekettet an einem Stück des Futterbarrens, in die nebenanliegende Küche. Die Zwischenwand zum Haus wurde eingerissen. Der kleine Sohn Hans schwänzte an diesem Tag die Schule. Er lief in jenen Minuten zum Schutz ins Haus. Als der Stall und das angebaute Wohnhaus einstürzten, wurde er durch einen Balken an den Wassergrand gedrückt und erlitt eine Schädelfraktur an der Stirnseite, die heute noch sichtbar ist. Johann Schütz grub den verschütteten Hans aus dem Schutt aus und Wacker Heinrich fuhr ihn im Eiltempo mit seinem Pferdegespann ins Krankenhaus nach Straubing“.
Durch die schnelle Hilfe, durch seinen eisernen Willen und durch Gottes Fügung konnte der Hans Schiesl dieses furchtbare Unglück überleben. Der Herrgott wollte eben nicht einen Buben mit 9 Jahren zu sich holen, und gab ihm so ein zweites langes Leben, das er fleißig und rechtschaffen zu nutzen wusste. Er führte den Hof und ging nebenher noch in die Arbeit nach Sünching in die Stärkefabrik oder arbeitete als Schweinehändler.
Ein weiteres großes negatives Ereignis erlebte er im Winter 1966. Zu Weihnachten wollten die Schweine vom Schiesl Hans einfach nimmer fressen. Der Tierarzt wurde geholt und es stellte sich schon bald die Gewissheit heraus, dass die Schweine die Maul- und Klauenseuche haben. Ja was war dass für eine Aufregung im Dorf. Man hatte Angst, daß andere Höfe auch von dieser Krankheit angesteckt werden würden. Das Veterinäramt in Straubing versiegelte den Hof vom Hans Schießl. Es wurde ein Band um den Hof gespannt und es durfte von der Familie niemand den gesperrten Bezirk verlassen. Die kranken Schweine, aber auch alle Ferkel wurden unter Einhaltung aller Sicherheitsvorschriften abgeholt. Die Kühe waren nicht angesteckt, aber es durfte auch keine Milch geliefert werden. So rührte der Hans Schiesl täglich an die 40 Liter Milch zu Butter aus. Und da der Hans ein leidenschaftlicher Raucher ist, hatte er jetzt auch damit ein Problem, weil er ja den Hof nicht verlassen durfte. Ich erinnere mich noch, dass es zu Hause untersagt worden ist, dem Hans die Hand zu geben oder sich ihm zu nähern. Aber er schickte einfach das Nachbarkind, nämlich mich, zur Wacker Soph zum Zigarettenautomaten, und das war brav und holte sie auch. Da der Hans gerade dabei war den Hof von Kühe auf Schweine umzustellen, hatte er nicht soviel Platz für alle schon angehäuften Schweine. Deshalb hatte er im Dorf angefragt, und beim Schütz in Oberharthausen dann Schweine untergestellt. Das hatte zur Folge, dass auch dessen Hof gesperrt wurde. Es waren zwar auf diesem Hof keine Maul- und Klauenseuche kranken Schweine, aber raus durften sie trotzdem 4 Wochen nicht. Nachdem vom Schießl Hof alle Schweine abtransportiert worden waren, mussten die ganzen Stallungen desinfiziert werden. Den Schaden für die Tiere hat die Tierseuchenkasse bezahlt. Nach 4 Wochen war der Spuk vorbei, und alle im Dorf atmeten wieder auf. Der erste Gang vom Hans war zur Wacker Soph zum Zigarettenautomaten…
Was Hans Schiesl aber auch mit ganzer Leidenschaft betrieb, das war seine Schafhaltung. Er hatte die Geduld und Ausdauer seine Schafe über Jahre hin zu pflegen und beim Weiden zu begleiten und zu beaufsichtigen. Er sagt, es geht nix über ein gutes Schaffleisch.
Hans Schiesl ist auch ein leidenschaftlicher Kartenspieler. Ob Schafkopfen oder Watten, er kann alles. Im Watterturnier in Oberharthausen nimmt er noch jährlich mit großem Eifer und Spaß teil.
In seiner Jugendzeit war er auch ein vortrefflicher Fußballspieler, der als einer der Ersten vom Dorf, auswärts in Alburg und dann in Rain spielte. Eine weitere Leidenschaft war das Eisstockschießen. 1983 brachten es die Oberharthausener fertig, dass sie bei der Geiselhöringer Stadtmeisterschaft den 1. und 2. Platz belegen konnten.
Hans Schiesl ist noch rüstig und bei bester Gesundheit. Er besucht täglich seine alten Freunde Sepp Danner und Sepp und Hubert Zellmer beim „Stammtisch“ und dabei wird an alte Zeiten erinnert oder es werden Neuigkeiten ausgetauscht.
Auch die Dorfgemeinschaft Oberharthausen möchte dem Hans Schiesl seine besten Glückwünsche zum 80. Geburtstag übermitteln. Mögest du deine Jahre in Gesundheit, Frohsinn und Spaß verbringen und möge dich der Herrgott auch weiterhin vor allen Gefahren schützen.
Bilder Gertraud Leibl:




Bilder aus dem Leben vom Schiesl Hans

Hans mit Vater auf dem Weg zur Bablmühle

seine Zuneigung zu Schafen ist bis heute geblieben, als Bub reitet er ein Schaf...

drei Freunde: Schiesl Hans, Bergmann Karl und Sepp Danner

Hans mit Schwester Anna

Hans mit Vater beim Heufahren

Hans als Fußballer in Alburg (1. Spieler rechts neben dem Torwart)

Hans gewinnt 1983 die Stadtmeisterschaft
von Geiselhöring im Eisstockschießen


















