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              renovierte  Hauskapelle     der  Familie  Pömmerl

 

 

 

 

 

Bericht von Franz Pömmerl



Geschichte über die Marien - Kapelle am Hof der Fam. Pömmerl

 

Erbaut von:                 Johann u. Franziska Schütz

Baujahr:                      1960

Planung:                      Architekt Hans Süß sen. in Straubing

Bürgermeister:             Hans Schießl – unterstützte sie durch eine zügige Genehmigung

Bauunternehmer:         Anton Roßmeier sen. Perkam

Dachdecker:                 kann nicht mehr genannt werden (war aber aus Straubing)

Eingeweiht:                  Pfarrer Willibald Kammermeier (Expositur in Pönning)

Heiligen Figuren:          Erich Schiffner – Holzbildhauer

Renovierung:                2016  

Maler:                          Bayerl Roman Geiselhöring


 

Der Grund warum sich die Fam. Schütz sich dazu entschlossen hat eine Hofkapelle zu bauen war der, dass immer schon am Hof bei der Fronleichnamsprozession in Oberharthausen ein Altar aufgebaut wurde, außerdem noch zum Dank, weil der Hof unterm Krieg von einer größeren Zerstörung verschont blieb.

Zu diesem hohen Fest des Fronleichnams hat die Familie traditionell einen Holzaltar mit einem „Herz Jesu Bild“ in der Mitte schön geschmückt und es wurde vor der Hofeinfahrt die erste Station bei der Prozession gefeiert.

Dieser Altar mit dem Herz Jesu Bild war auch der Grund dafür, dass der Hof 1945 von den Amerikanern beim Durchsuchen des Anwesens nach SS – Soldaten verschont wurde.

Als nämlich die Amerikanischen Soldaten das Herz Jesu Bild in der „Oberen Stub`n“ gesehen hatten, kam vom Komander der Befehl „Go“ und sie waren ab diesem Zeitpunkt die friedlichsten Besetzer.

Die Planung der Kapelle wurde von der Mutter Franziska und ihren drei Töchtern Mathilde, Emilie und Anna in geheimer Aktion durchgeführt, weil der Vater zwar dafür war, aber es immer wieder hinausgezögert hat.

Den Plan hat Architekt Hans Süß aus Straubing gezeichnet. Er war ein guter Bekannter der Familie, der sich auch für seine Arbeit durch einen sehr günstigen Preis für diesen guten Zweck einbringen wollte.

Auch der Bürgermeister Hans Schießl hat bei dieser geheimen Aktion mitgespielt, und dafür gesorgt, dass der Bau zügig und ohne Komplikationen genehmigt wurde, weil wie er immer gesagt hat, dem Schütz noch etwas schuldig sei.

Bei der Bombardierung von Oberharthausen wurde nämlich das Anwesen von der Familie Schießl zerstört und der Sohn Hans verschüttet. Weil bei der Suche der Schütz seinen Sohn aus dem Schutt ausgegraben hat und ihm vielleicht dabei das Leben rettete, war er ihm für alle Zeit dankbar.

Der Bau:

Nun hat es sich ergeben, dass der Vater am 7. Juni 1960 sich mit dem Zug aufmachte um nach Italien zu fahren, weil in Pomezia der Soldaten Friedhof eingeweiht wurde, in dem der 1944 gefallene Sohn Hans begraben liegt. 

 

 

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                                                                                               Sohn Johann Schütz  gefallen          
   
Opa und Oma
                                         Johann und Franziska Schütz

 

 

 

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                             Soldatenfriedhof Pomezia Italien heute (Quelle: Wikiopedia Commons)
 
             Opa in Italien
     Johann Schütz am Grab seines Sohnes am Soldatenfriedhof in Pomezia

 

 

Der Vater saß im Zug und schon waren die Maurer der Firma Roßmeier da und bis er eine Woche später aus Italien zurückkam, war der Rohbau fertig. Er freute sich riesig über die gelungene Überraschung und war mit allem einverstanden, was hier auf so kurze Zeit entstanden ist.

Das Schindeldach der Kapelle hat eine Dachdecker Firma aus Straubing zum Selbstkostenpreis gebaut. Die Unternehmerin zeigte sich großzügig und wollte auch beim Bau einer Marien Kapelle etwas Gutes tun. Sie hat ihren Ehemann verloren, der in der NS-Zeit ins KZ verschleppt wurde und nicht wieder nach Hause kam. Leider weis niemand mehr ihren Namen.

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Handgeschnitzte Heiligenfiguren:

Weil zu einer Marien Kapelle natürlich auch eine Muttergottes gehört, suchte sich die Familie einem Holzbildhauer, der so eine Figur schnitzen konnte.

Pfarrer Kammermeier wusste in Straubing von dem Herrgottschnitzer Erich Schiffner.

Diesem wurde der Auftrag für eine Muttergottes mit Kindlein am Arm erteilt und es sollte nicht der einzige gewesen sein.

 

 

 

 

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Mutter Gottes mit Kindlein

 

 

Karl Wild, Hofbesitzer in Oberharthausen, lies zum Dank für eine glückliche Rückkehr aus dem Krieg und der Gefangenschaft und für Glück im Stall, eine  St. Leonhard – Statue segnend vor einer Kuh, schnitzen.

Er wollte, dass diese Statue in Zukunft in der Kapelle steht. Karl Wild und Johann Schütz schlossen im Juli 1960 einen Leihvertrag, dass im gegenseitigen Einvernehmen diese Statue in der Kapelle seinen Platz hat.

 

 

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Hl. St. Leonhard segnend vor einer Kuh 

 

Emilie Pömmerl, geb. Schütz gibt auch noch den Auftrag, einen Hl. Thaddäus  zu schnitzen und spendet diese Statue für die Kapelle.

Dieser Heilige wird vor allem in schwierigen und ausweglosen Situationen um Hilfe angefleht.

 

 

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Hl. Thaddäus

 

 

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Weihe der Marien-Kapelle:

 

Bei der Einweihungsfeier, die von Pfarrer Kammermeier gestaltet und zelebriert wurde, hat das ganze Dorf teilgenommen. Die Kapelle wurde „zu Ehren Mariens“ vom Pfarrer feierlich  gesegnet und geweiht.

Seitdem ist diese Kapelle ein besonderer Ort für Ruhe und Besinnung.

Im Herbst 1981 wurde die Kapelle aufgebrochen und die Figuren gestohlen:

Ein großer Schock war es als die jetzigen Hofbesitzer Franz und Martina im Herbst 1981 bemerkten, dass die Kapelle aufgebrochen war und die Figuren gestohlen wurden.

Die Kriminalpolizei hatte einige Wochen danach durch einen V-Mann in München erfahren, dass Heiligen Figuren verschoben werden sollten. Der V-Mann wollte für den Verrat eine Belohnung, diese sollte die Familie Pömmerl bezahlen, was auch zugesichert wurde.

Tatsächlich hat die Polizei durch den Hinweis den Dieb festnehmen können.

Die Polizei hat die Heiligenfiguren wieder zurückgebracht, und mitgeteilt, dass die Belohnung der Freistaat Bayern übernommen hat.

Ein schwer verschuldeter Unternehmer aus Straubing hat aus mehreren Kapellen im Landkreis Figuren gestohlen, die er zu Geld machen wollte. Allen Besitzer wurde ihr Eigentum wieder zurückgebracht.

2015/ 2016 Renovierung der Kapelle

Man hat es ja gut gemeint, als man um die Kapelle einen Efeu pflanzte und ihn an der Mauer hinauf wachsen lies. Es stellte sich aber nach Jahrzehnten heraus, dass dies ein großer Fehler war. Dieses Gewächs fraß sich in die Wände, wuchs mit meterlangen Trieben unter das Dach, hob die Schindel und das Mauerwerk wurde feucht und pröckelte ab. Es drohte der Verfall der Kapelle.

Im Sommer 2015 haben alle in der Familie Pömmerl angepackt und den Efeu entfernt. Die Wurzel und die Erde wurden bis zum Grundfest entfernt und mit Rollkies aufgefüllt, damit das Wasser besser versickern kann. Da sich die Haftwurzeln des Efeus in den Putz gefressen haben, hat man sich entschlossen einen neuen Strukturputz aufzuziehen, weil diese von der neuen Farbe nicht überdeckt werden.

Das Schindeldach bekam auch noch einem zweimaligen Anstrich mit einer Schindellasur.

Im Frühjahr 2016 wurde der Malermeister Bayerl Roman aus Geiselhöring beauftragt den Innenraum der Kapelle wieder herzurichten.

In liebevoller Kleinstarbeit hat er die Sterne am Himmel, den Altarraum und die Wände wieder erneuert und zu neuem Glanz verholfen.

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Die Familie Pömmerl möchte allen Besuchern die vorbei kommen einladen, dass sie einen Blick in die Kapelle tun und dabei ein „Gegrüßet seist du Maria“ beten.

Allerlei Geschichten sind mit dieser Marienkapelle verbunden, aber auch Wünsche und Dankbarkeit an unsere Himmelsmutter, der diese schmucke Kapelle geweiht ist. Mit neuem Glanz erstrahlt sie jetzt wieder in der gelben Kirchenfarbe, befreit von den Fesseln des Efeu. Sie erfreut mit ihrem Anblick jeden der kommt, innehält und ein Gebet spricht. So manches Anliegen wurde dabei schon erhört. Rechtzeitig zum Prangertag ist sie fertig geworden. Als 1. Station des Umganges wird sie heuer wieder diese feierliche Prozession eröffnen. Die Kapelle wird von Martina Pömmerl sehr sorgsam gepflegt und mit schönen Blumen geschmückt, so dass sie den Oberharthausenern ans Herz gewachsen ist.

Gesegnet sind die Familien, die in der heutigen Zeit noch ein Zeichen setzen für christliche Werte und Tradition! Diese Kapelle steht mit großer Ausstrahlung da und mahnt alle die vorüber kommen zur Ruhe und Besinnung, zum Entschleunigen und zum Innehalten.

Die Dorfgemeinschaft Oberharthausen ist stolz auf diese Kapelle. Es ist ein sichtbares Zeichen, dass die christlichen Werte in diesem Dorf noch leben und Traditionen zu der nächsten Generation weitergegeben werden. Deshalb ein großes Vergelt´s Gott der Familie Pömmerl für die Renovierung ihrer Hauskapelle. Das Dorf hat mit ihr an Attraktivität gewonnen.

 

                  

 

 


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