
Seit jeher gibt es auf dem Land Zeugnisse des Glaubens in Form von Kapellen. Sie laden ein zum Verweilen, zum Innehalten vom Alltagstress und um Ruhe zu finden und um so manches Anliegen vorzubringen. So dachten Wilfried und Ingrid Becker auch. Sie wollten sich in ihrem Wohnbereich einen besinnlichen Ort schaffen, wo sie ungestört mit sich und ihren Gedanken sind. Ob Anliegen vorbringen, ob einfach nur Danke sagen oder ein stilles Gebet sprechen, für alles ist ihre Hauskapelle nun der richtige Ort.
Auf die Frage, warum sie sich diese Hauskapelle gebaut haben, sagte Wilfried Becker ein paar bemerkenswerte Sätze:
Es gibt so viele Kriege, Morde, Terroranschläge auf der Welt und wir können dagegen nichts tun, aber ich hoffe, dass es bei uns doch friedlich bleibt. Auch wünschen wir uns, dass unser Dorf von den immer mehr werdenden Unwettern verschont bleibt. Dass alle Menschen die wir kennen, besonders auch hier im Dorf/ Nachbarn/Verwandte, gesund alt werden können, ohne Probleme ihr Leben genießen können und immer zufrieden sind. Natürlich wünschen wir uns auch selber ein langes gesundes Leben, auch wenn es jetzt öfters mal irgendwo zwickt oder weh tut. Es gibt zwei Wünsche die wir haben: Frieden und Gesundheit, dafür steht in unserem Sinne die Kapelle. Und um darüber mal öfters nachzudenken, wollten wir einen Ort, wo man für diese zwei Wünsche auch mal in Stille beten kann. Es gibt so viele Menschen, denen es schlechter geht, deshalb sollten wir mit unserem bisherigen Leben zufrieden sein, was wir auch voll und ganz sind, nur eben die Gesundheit und der Weltfrieden liegen eher in göttlicher Macht. Wir Menschen sind ja nicht in der Lage endlich mal Frieden zu halten. Wir sehen deshalb unsere kleine Kapelle evtl. eher für eine kleine Friedenskapelle, oder Dankeskapelle für die bisherigen schönen Jahre. Bleibt der Frieden uns erhalten? Ob es hilft weiß nur Gott. Wir wollten einen Ort schaffen, wo wir uns für unser bisheriges schönes Leben auch mal im Gebet bedanken können. Vielleicht hilft die kleine Kapelle dass wir im Gebet mal sehen, dass nicht alles in unserem Leben so wichtig ist. Lieber gesund sein, Frieden haben und selber aus seinem Leben das Beste machen. Und ein wenig Gott näher sein, schadet ja nie ( das vergessenen leider zu viele Menschen heutzutage). Und auch eine kleine Kapelle im Auweg kann in unseren Augen für das Unterdorf nie schaden.
Kirchenmalerin Angela Ramsauer (Geiselhöring) und Nachwuchskünstlerin Jessica Wegener (Saulburg) gestalten das himmlische Firmament und das würdige Außenbild.
Wilfried Becker hat dieses Kleinod fast komplett in Eigenleistung gebaut. Sie ist sehr gelungen und verbreitet einen besonderen Charme. Das Kreuz des Herrn steht im Innenraum über allem, und auf dem Altar findet eine Mutter Gottes Statue ihren rechten Platz. Die verschiedensten Votivtafeln an den Seitenwänden lockern den Innenraum auf. Die Kapelle erweckt durch seine helle Innenraumgestaltung eine positive Grundstimmung. Man möchte bei diesem herrlichen Anblick sofort hineingehen. Durch den Lichteinfall der Glasbausteine kommt auch das Deckengemälde besonders zur Geltung. Eine junge Künstlerin aus Saulburg, die Jessica Wegener, bemalte die Decke der Kapelle. Sie verstand es hervorragend, den Hl. Geist, in Form einer weißen Taube, mit dem himmelblau getünchten und mit weißen Wolken versehenen Firmament zu verschmelzen. So wacht sie mit weit ausgebreiteten Schwingen von oben über die Besucher der Kapelle.

Ein besonderes würdiges Bild haben Ingrid und Wilfrid auf der Nordseite der Kapelle anfertigen lassen. Die bekannte Kirchenmalerin Angela Ramsauer aus Geiselhöring fertigte in liebevoller Kleinarbeit und detailgetreu das Bild von Jesus, dem guten Hirten.

Der Psalm 23 beschreibt die Aussage des Bildes:
Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.
Er weidet mich auf grünen Auen und führt mich zu frischen Wassern.
Er erquicket meine Seele und führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen
Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.
Du bereitest vor mir einen Tisch angesichts meiner Feinde; du hast mein Haupt mit Öl gesalbt mein Becher fließt über.
Nur Güte und Gnade werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Haus des HERRN immerdar
Feierliche Segnung der Kapelle durch Pfarrer Edmund Bock
Wir bitten:
Höre auf die Bitten der Gemeinde, die sich hier versammelt hat und segne diese Kapelle. Lass alle Gläubigen hier deine Nähe verspüren und deine Liebe erfahren. Mach sie reinen Herzens und hilf ihnen hier an diesem Ort dich dankbar zu preisen, und sich voll Vertrauen an dich zu wenden. Steh ihnen bei in jeglicher Not und lass sie sicher ans Ziel ihres Lebens gelangen. Das erbitten wir durch Christus unserem Herrn, Amen.
Die Dorfgemeinschaft Oberharthausen bedankt sich bei Wilfried und Ingrid Becker für den Bau der Kapelle. Werden heutzutage lieber Swimming Pool oder Wintergärten gebaut, so ist diese Kapelle eine wohltuende Ausnahme in unserer Luxusgesellschaft. Alte Werte, so wie es seit Jahrhunderten auf dem Lande üblich ist, werden hiermit erhalten. Entgegen dem Zeitgeist steht sie jetzt in großer Schönheit im Garten der Familie Becker. Hat die Familie Pömmerl seit Jahrzehnten eine Kapelle im Oberdorf, so wacht jetzt diese Hauskapelle auf die Oberharthausener im Unterdorf.


































