
Wallfahrerzug kurz vor Malgersdorf
Pfingsten ist für die meisten das Fest des heiligen Geistes und bedeutet zugleich das Ende der fünfzigtägigen Osterzeit. Für viele ist das Wort Pfingsten aber wie ein Weckruf, ein Ruf der jedes Jahr aufs Neue erschallt. Pfingsten heißt für diese Leute, auf geht´s , es ist wieder soweit, wir gehen wallfahren nach Altötting. Es ist wie ein Virus, der diese Wallfahrer Jahr um Jahr befällt. Wohl um die Strapazen wissend, die sie wieder erwarten, nehmen sie trotzdem diese Last auf sich. Sie vertiefen und zeigen ihren Glauben zu unserer Gottesmutter und beten um Glück und Gesundheit oder andere Anliegen für sich oder Angehörige. Es ist schon was ganz besonderes, eine(r) unter so vielen Gleichgesinnten zu sein. Ein ganz erhebendes Gefühl ist es, wenn am Kapellenplatz der Pfarrer den völlig erschöpften Wallfahrern die schwarze Mutter Gottes von der Gnadenkapelle zeigt, und die Pilger mit Musik bis in die große Basilika begleitet werden. Alles fällt von den Wallfahrern ab, wenn sie dann in der großen Basilika angekommen sind. Die Angehörigen warten schon, die Pilger winken ihnen manchmal unter Tränen zu, die Malteser kümmern sich vorsorglich um die Blasen, und halten auch während des Gottesdienstes wachsam nach möglichen Patienten Ausschau. Die Wallfahrer halten dann inne für sich, danken der Mutter Gottes dass alles wieder geklappt hat und wollen mit sich allein sein. Sie sitzen am gleichen Platz wie jedes Jahr, und man kennt auch inzwischen die Nachbarn im Gottesdienst aus den vergangenen Jahren.
So ist es Jahr für Jahr und so war es auch heuer wieder. Es fanden sich auch aus Oberharthausen wieder Wallfahrer ein, die für sich und auch stellvertretend für unser Dorf nach Altötting pilgerten.
Heuer waren es Gerda Wallner, Angela Danner- Bauer, Ingrid Becker, Angela Büchner, Wolfgang Gruber, Andrea Gruber und Matthias Gruber. Alle schafften ihr gestecktes Ziel trotz Dauerregen ab Eggenfelden und alle kamen wieder gesund nach Hause mit mehr oder weniger vielen Blasen. Das jährliche Versprechen nie mehr nach Altötting zu gehen, wird spätestens am nächsten Tag schon wieder gebrochen, wenn der Schmerz in Füßen und Glieder nachlässt. Und so wird es auch dann nächstes Jahr wieder so sein wie jedes Jahr wenn Pfingsten kommt. Unsere zähen Wallfahrer aus Oberharthausen werden wieder dabei sein, so wie immer…
Man kann als Dorf nur stolz sein auf unsere Wallfahrer. Es ist zu einer lieb gewordenen Tradition geworden, dass zu Pfingsten Oberharthausener nach Altötting pilgern. Generation um Generation folgt dem Brauch und tragen auch unsere Sorgen und Nöte mit zur Gottesmutter nach Altötting. Wir wünschen euch allen eine schnelle Erholung von den Strapazen!
Eine besondere Ehrung wurde der Gerda Wallner am Pfingstmontag zu teil. Sie wurde in der Karmelitenkirche in Straubing für die 25. Fußwallfahrt nach Altötting geehrt.
Auch die Dorfgemeinschaft Oberharthausen möchte dir zu dieser großen Leistung recht herzlich gratulieren und dir für die nächsten 25 Wallfahrten schon im Voraus alles Gute wünschen.










Gerda Wallner bei der Ehrung zur 25. Wallfahrt in der Karmelitenkirche Straubing

Landauer Zeitung vom 14.6.2011


















