
Die mittelalterliche Oberharthausener Truppe
Am Wochenende feierte Pönning das 1125 jährige Bestehen in großer Aufmachung. Ausgerichtet wurde das Fest im Stil der Gründungszeit, nämlich als Mittelalterfest. Dabei wurden keine Mühen in der Vorbereitung und Umsetzung gescheut. So stellte man schließlich ein Fest zusammen, das seinesgleichen sucht. Man kann die Pönninger zu diesem Fest nur beglückwünschen! Der Giglberg, festerprobt durch die weithin bekannten früheren Sommernachtsfeste, bildete wieder eine wunderbare Kulisse, in dem das Lagerleben ideal eingebettet werden konnte. Die „location" wie man heute sagt, war ideal. Fieranten, Handwerkskunst, Bauchtanz, Feuerspucker, Bogenschießen, Schmieden, Wahrsagen, Kinderprogramm, Gaukelei und mittelalterliche Musik... für jeden Geschmack war etwas dabei. So erlebten die zahlreichen Besucher Samstag und Sonntag ein sehr abwechslungsreiches und unterhaltsames Programm.
Am Sonntag gab es dann einen feierlichen Einzug mit mittelalterlicher Musik und unter Mitwirkung aller Fieranten, Lageristen und Gefolgsleuten. Im Anschluss begrüßte der Herold Harald Pärr und auch der Bürgermeister Bernhard Krempl alle Mitwirkenden und Gäste recht herzlich.
Als die Pönninger Veranstalter die Oberharthausener im Vorfeld baten, beim Mittelalterfest mitzumachen, war da die Freude groß und auch die Zahl der Freiwilligen. So wurde kurzerhand als Herberge aus der alten „Dreschwagnschupfa" von Sepp Aigner eine Kapelle gezimmert. Freiwillige Helfer bauten dieses alte Relikt fachmännisch um, und Franz Braun fuhr es mit seinem Kran, in einer waghalsigen Aktion nach Pönning auf den Giglberg zum „Kapellenplatz". Unterstützt von der Feuerwehr Pönning gelang es diesen Koloss sicher auf dem Berg der Pönninger abzusetzen (siehe dazu auch Bilder im Anhang). Die Feinarbeiten wie Dachdecken und Glocken anbringen wurden dann an Ort und Stelle ausgeführt.
Da man ja eine Kapelle gebaut hatte, wurden aus vielen Oberharthausenern auch Mönche und Pater, und der Sepp Lachenschmidt wurde kurzerhand für zwei Tage zu einem Pfarrer gemacht. Aber auch Edelleute, Burgfräulein und sogar das Rittergeschlecht der „Niedermüller zu Oberharthausen" waren dabei, und bildeten ein schönes Gesamtbild im Lagerleben.
Am Samstag Nachmittag war ein echter Geistlicher in der Kapelle der Oberharthausener zugegen. Herr Pfarrer Schmaißer erschien mit einem alten Kirchenbuch von 1890 und führte nach dem Eingangs-Glockenläuten die Besucher der Kapelle in die Weiten der Orts- und Kirchengeschichte von Pönning, Oberharthausen, den hiesigen Klöstern, und in den Kulturraum von Straubing -Bogen seit der Römerzeit. Dabei gab es viel Interessantes aus den alten Zeiten zu hören, und der Herr Pfarrer verstand es, seinen Vortrag witzig und trotzdem sehr informativ zu halten.
Am Sonntag wurde ein Turnier der Dörfer veranstaltet. Dabei traten die Pönninger, die Mettinger und die Oberharthausener gegeneinander zu einem Ballspiel an. Dorfsprecher Uli Aigner hatte nach einem verlorenen Spiel um himmlische neue Kräfte gerufen. Die kamen auch in Form von Pater Hans Stierstorfer, der kurzerhand aus seiner Mönchskutte befreit wurde, und zur Unterstützung „mitraufte". Es konnte ein hervorragender dritter Platz belegt werden, was aber bei drei Teilnehmern leider nur der letzte Platz war. Dafür wurden sie vom Scharfrichter zur Freude aller als Strafe geteert und gefedert.
Das Fest der Pönninger wurde sehr gut angenommen, obwohl am Samstag Abend Regen und ein Gewitter einsetzten. Aber da man im Mittelalter eh nicht so zimperlich war, tat auch diese kleine Beeinträchtigung der Stimmung keinen Abbruch. Die Oberharthauserer mussten nun in ihrer Kapelle diverses „Gesinde" aufnehmen, die um Unterschlupf vor dem Regen baten. Allen voran die Ratschkattl mit Bürgermeister Bernhard Krempl hatten dem einsetzenden Regen nichts nennenswertes entgegenzusetzen, und so wurde Ihnen dann letztendlich doch Asyl gewährt ;o)
Unser Dorf war die zwei Tage über sehr stark in Pönning vertreten. Da zeigt sich eben wieder, dass die beiden Dörfer eben seit dem Mittelalter miteinander verwurzelt sind, und auch gerne zusammen ihre Feste feiern. Es war für alle Beteiligten ein unvergessliches Erlebnis und ein willkommener Ausflug in die Geschichte, heraus vom grauen Alltagstrott. Man überlegt in Pönning wegen des großen Zuspruchs, ob das Mittelalterfest nicht evtl. zu einer festen Veranstaltung, vielleicht in einem zweijährigen Turnus, werden könnte. Wir werden es bestimmt erfahren.
Die Dorfgemeinschaft möchte sich bei allen Oberharthausenern für die Mitwirkung und Unterstützung bei den Vorbereitungen recht herzlich bedanken. Besonderer Dank gilt dem Pater Franz Braun für den Transfer der Kapelle, die er mangels aktiver Engeln wie seinerzeit in Antenring, mit seinem Kran nach Pönning fahren musste. Weiter gilt der Dank Herrn Pfarrer Schmaißer für den informativen Ausflug in die Geschichte. Ein Vergelt´s Gott auch den Spendern der Glocken, dem Sepp Aigner für die Hütte, den Zimmermannsleuten aus Oberharthausen, die daraus eine wunderbare Kapelle zusammen bauten, und allen Aktiven im Lagerleben, die mit ihrer Kleidung, Rüstung und guter Laune eine schöne Stimmung wie anno dazumal auf den Lagerplatz brachten. Danke, ihr alle habt Oberharthausen würdig vertreten!
Bilder vom Mittelalterfest
(Bilder von Elisabeth Braun, Stefan und Gudrun Aigner, Wilfried Becker und Hein Sax)
Vorbereitungen und Transport der Hütte



















Jetzt geht´s los


































































































































































































































































































Zeitungsbericht vom 29. August in der Straubinger Zeitung

Mittelalterfest Benninga 1225
(link bitte drücken)

















