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80 Jahre Frieden, das ist doch was!

 

Heute, am 28. April,  fahren John Deere und Fendt Traktoren  über die Dorfstraße herunter und keine amerikanischen Sherman-Panzer und Jeep. Kein Sirenenalarm wegen ständiger Gefahr von Bomberangriffen, keine Angst vor den Nazischergen und drohender KZ-Inhaftierung bei Vergehen. Welch ein Gewinn für das Dorf, für die Menschen, für die Kinder. Angstfrei leben in einem freien Land.

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Symbolbild von einem amerikanischen Panzer, der die Dorfstraße herauf fährt

 

Zwei SS- Soldaten bringen das Dorf in große Not

Dieser Tag hätte aber für unser Dorf auch ganz anders ausgehen können. Als zwei deutsche SS- Soldaten zwei amerikanische Soldaten in einem vorbeifahrenden Jeep töteten, hätte sich das Schicksal des Dorfes in eine ganz andere Richtung wenden können. Dem Heldenmut von Josef Aigner und der Frau Friedl Kurz war es zu verdanken, dass sie die Amerikaner von einer Auslöschung des Dorfes überzeugen konnten. Eine Reihe Panzer hatte bereits Aufstellung am Pillinger Weg genommen. Wer hätte es ihnen verdenken können? Auch Heinrich Mayer und Johann Schiesl riskierten ihr Leben, als sie am Kirchturm die weiße Fahne hissten. Es ging im großen und ganzen gut aus, kein Dorfbewohner verlor sein Leben, und die Eier und das Geselchte, welches die Amerikaner aßen, waren kein großer Verlust. Als Lohn für die Befreiung von dem  NS-Regime war das ein kleiner Dank an die amerikanischen Soldaten.

 

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Symbolbild von amerikanischen Panzern, die Aufstellung auf unser Dorf genommen haben

 

 

Unser Landkreis fiel unter amerikanische Kontrolle.

Sie besetzten die Stellen zum betreuten Wiederaufbau der gemeindlichen Abläufe sowohl im Landkreis als auch auf den Dörfern mit unbescholtenen Männern. Der neu bestimmte Landrat Karl Bickleder setzte für Oberharthausen Sebastian Mayer als Bürgermeister bis zur ersten freien Wahl 1948 ein. Beide kannten sich bereits, weil sie wegen der Ablehnung der NSDAP in „Schutzhaft“ im Gefängnis in Straubing einsitzen mussten. 1948 wurde dann Johann Schiesl erster frei gewählter Bürgermeister im Dorf.

 

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Zusammenlegung von Pönning und Oberharthausen

Es wurde von der amerikanischen Militärregierung  bestimmt, dass sich die Dörfer Pönning und Oberharthausen zu einer Gemeinde verbinden sollen. So gab es 1945 den Beschluss der Zusammenlegung.  Diese „Zwangsehe“ wurde aber 1947 wieder aufgehoben und beide Dörfer führten bis zur Eingemeindung zur Stadt Geiselhöring 1978  eine eigenständige Gemeinde. Seit 1978 sind wir nun „Städter“ geworden. Wir heißen nun „Stadt Geiselhöring, Ortsteil Oberharthausen“.

 

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Ein schmuckes Dorf ist Oberharthausen geworden

 

 

Oberharthausen hat sich seit der Befreiung prächtig entwickelt

Jetzt, nach 80 Jahren, können wir Dorfbewohner zufrieden auf unser Dorf blicken. Das Dorf reifte nach und nach zu einem Schmuckstück heran. Die Straßen sind geteert, der Kanal ist gekommen, ein Gemeinschaftshaus wurde gebaut, ein Neubaugebiet wurde erschlossen. Es geht den Menschen gut. Sieht man alte Bilder an, dann kann man erkennen, wie sehr doch die Dorfleute in Armut aber mit großem Fleiß gewerkelt haben. Sie haben nach dem Wegfall der Naziherrschaft das Dorf aufgebaut, mit Handarbeit und Mut und Tatendrang. Die Männer, die aus der Gefangenschaft oder aus dem Krieg nach Hause gekommen waren, packten fest an. Es mussten auch keine Abgaben mehr für die deutsche Wehrmacht gemacht werden. So konnte alles in den Aufbau der Höfe und in die Infrastruktur  gesteckt werden. Die zugewiesenen Flüchtlinge wurden im Dorf aufgenommen, integriert und sie bereicherten das Arbeits- und auch das Gesellschaftsleben. Aus dem ärmsten Dorf im Landkreis, wie das Straubinger Tagblatt einmal schrieb, entwickelte sich eine kleine Perle im Gäuboden, auf die wir alle ein bischen Stolz sein können.

 

Rechtspopulistische Partei der AfD erreicht im Dorf große Zuwächse

Sieht man aber die Stimmung und die derzeitigen Wahlergebnisse im Land und auch in unserem Dorf an, dann muss man sich schon seine Gedanken machen. Was ist passiert? So wie im ganzen Land erfahren die Rechtspopulisten auch in unserem Dorf einen gewaltigen Zulauf. Das ist erschreckend. Oberharthausen hat einen großen gesellschaftlichen Zusammenhalt mit einem funktionierenden Vereinswesen. Doch wenn Wahlen sind, dann werden Leute gewählt, die gar nicht zu unserer Dorfmentalität und unserem Wesen im allgemeinen passen. Warum?


Sehr deutlich warnte Papst Franziskus vor dem Populismus: „Es ist wichtig, dass die jungen Leute verstehen, wie der Populismus beginnt. Die Versprechungen, die sich auf Angst gründen, vor allem auf die Angst vor dem Anderen, gehören üblicherweise zu den Predigten der Populisten. Sie sind der Beginn der Diktatur und der Kriege. Denn für deine Mitmenschen bist du der Andere.“

Wir haben im Dorf kein Problem mit Asylanten oder Flüchtlingen, weil wir gar keine haben. Aber es werden mit den Wahlstimmen fleißig die Rechtsradikalen und damit deren demokratiefeindlichen Ansagen unterstützt. WARUM NUR?


Will man keine Demokratie mehr?
Will man keine EU mehr?
Will man keine NATO mehr?
Will man keine Sozialsysteme mehr?
Will man keine Ausländer mehr?
Will man sich von der Welt abschotten?
Will man einen Staat wie die Türkei oder Ungarn errichten?

Wer soll noch Arbeiten verrichten, welche die Deutschen nicht erledigen wollen?
Wer macht die Pflege für unsere alten Leute oder im Krankenhaus, wenn doch die jungen erhabenen Deutschen alle zu Influenzern und Bloggern im Internet geworden sind?
Wie soll unsere Wirtschaft ohne ausländische Mitarbeiter überhaupt noch laufen?

 „Führer“ wie Putin und Trump werden von dieser AfD-Wählergruppe zu Idolen stilisiert und hofiert. Diese Leute bekommen die Symphatien, daran wird sich orientiert. Alles was Deutschland nach dem Krieg mit einer funktionierenden Demokratie und freien Marktwirtschaft groß gemacht hat ist nichts mehr wert. Neid, Mißgunst und Unzufriedenheit sind die neuen Werte. Warum?

Viele kommen mit ihrem Leben nicht klar und geben anderen die Schuld dafür.
Aber schon Albert Einstein sagte:
Wer glaubt, dass andere Schuld sind an der eigenen Unzufriedenheit, der glaubt auch, dass Bleistifte Rechtschreibfehler machen!

Diese Leute wollen nicht erkennen, in was für einem tollen Land wir leben und wie gut es uns geht.
Warum wird alles in Frage gestellt, warum wird immer nur die Hand aufgehalten, damit der Staat Gelder hinein legen soll?

John F. Kennedy hat mal gesagt: Frage nicht, was dein Land für dich tun soll, sondern frage, was du für dein Land tun kannst!


Die Alliierten haben uns vor 80 Jahren von der Naziherrschaft befreit. Wir sind als Nation gewachsen und sind eine Wirtschaftsmacht geworden. Wir sind wieder zu einem anerkannten Land in der Welt mit einer funktionierenden Demokratie und freien Bürgern geworden. Warum werden die Errungenschaften unserer Väter so wenig geschätzt und gepflegt?

Wer hätte vor zwanzig Jahren an sowas gedacht, dass unser beschauliches  Dorf zu einem AfD-Hotspot wird und prozentual so viele Anhänger findet wie die Stadt Geiselhöring?

Die AfD will ein anderes System, einen autoritären und nationalistischen Gegenentwurf zur verhassten liberalen Demokratie.

Dieser Tage sind in Deutschland die Gedenken an die Befreiung der KZ- Stätten von Buchenwald und Flossenbürg.

Überall wird gefordert: "Nie wieder"

Dieser Satz muss auch für uns gelten, in Anbetracht der Auswirkungen einer Diktatur durch den Krieg und die Zerstörung mit 3 Toten beim Bombardieren im eigenen Dorf und 28 gefallenen Soldaten beider Weltkriege. 

 


ile laber

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