
Hans (Paul) Zisterer



Paul Zisterer
Die Zeit der Ernte hat begonnen und das Getreide wird eingefahren. Genauso wie es die Bauern tun, macht es auch der Herrgott im Himmel. Er fährt seine Ernte ein, nämlich unsere Seelen. Auch bei uns im Dorf hält er Ausschau und sucht sie aus, eine Seele nach der andern, bis auch wir einmal an die Reihe kommen. Vor sechs Wochen hat er die Andrea Gruber mit 58 Jahren zu sich geholt . Die Tränen sind noch nicht getrocknet und schon ist es Paul Zisterer, den er mit 57 Jahren in sein himmlisches Reich einziehen ließ. Zwei Menschen, die noch Träume und Wünsche für ihr weiteres Leben hatten, mussten diesen letzten Schritt schon so früh gehen. Jetzt ist Paul Zisterer auf der letzten Stufe der Himmelsleiter angekommen. Es war ein langer und schwerer Weg für ihn dorthin.
Sein Lieblingslied „Bridge over troubled water“ spielte ihm Reif Heinrich gefühlvoll an der Orgel während des Requiems.
Die erste Strophe heißt in etwa so:
Wenn du erschöpft bist
Dich klein fühlst
Wenn Tränen in deinen Augen sind
Werde ich sie alle trocknen
Ich bin auf deiner Seite
Oh, wenn die Zeiten hart werden
Und Freunde kann man nicht einfach so finden
Wie eine Brücke über unruhigem Wasser
Werde ich mich niederlegen
etc.
Geduldig und ausdauernd kämpfte er lange Zeit gegen diese heimtückische Krankheit an. Doch er konnte diesen Kampf , so wie schon so viele vor ihm, nicht gewinnen. Er war auf sein Ende gut vorbereitet und er empfing mehrmals die Krankensalbung. Nun ist er nach Jahren wieder nach Oberharthausen zurückgekehrt, um hier in der Heimaterde zu bleiben. Seine Seele hingegen ist beim Herrgott im Himmel eingezogen. Dort findet sie nun ohne Schmerzen die ewige Ruhe und den immerwährenden Frieden im Kreise derer die voraus gegangen sind. Bei dem herrlich gesungenen Ave Maria zum Schluß des Requiems glaubte man, der Paul schwebt jetzt geradezu in den Himmel hinauf.
In der Todesanzeige steht ein wahres Wort: Wer den Paul gekannt hat, der weiß was wir mit ihm verloren haben. Es gibt so viele schöne Erinnerungen und Geschichten, die wir mit ihm erlebt haben. Über ein paar davon möchte ich berichten.
Seine Jugendzeit verbrachte der Hans zusammen mit seiner Zwillingsschwester Maria in Oberharthausen. Hier hatte er seine Freunde und hier fühlte er sich wohl in der Landjugend. Da er ein glühender Verehrer von Bayern München und dem Spieler Paul Breitner war, bekam er auch bald den Spitznamen „Paul“. Der Paul war ein fester Bestandteil der Dorfgemeinschaft und ein liebevoller Freund. Er hatte viel Humor und machte auch jeden Spaß mit. Er spielte leidenschaftlich gern Fußball, wanderte, fuhr Ski und kegelte möglichst oft. Jahrelang kegelte die Dorfjugend in Alburg und in Peterswörth und der Paul war immer mit dabei. Auch bei einem legendären Kegelnachmittag an einem Sonntag auf der Kegelbahn des Gasthauses Wacker. Hier waren bald an die zwanzig junge Kegler am Start. So wie es eben nur auf der Holzbahn passierte, kamen die Kegler mit der Kugel nicht von dem schon etwas hohlen Auflegebrett der Kugel weg. So stieß die schwere Kugel unzählige Mal die mittleren drei Kegel heraus. Das bedeutete aber, dass der Kegler eine „Stiermaß“ zu bezahlen hatte. So wurden von Joe Weiß, Paul Zisterer und Hein Sax innerhalb kürzester Zeit 10 "Stier" gekegelt. Das passte der Wacker Sophie überhaupt nicht, weil sie mit dem Einschänken und dem Rübertragen aus der Schänke nicht mehr mitkam. Sie schimpfte drauf los, weil wir gar nicht scheiben könnten und die Alten mit uns nicht mitscheiben wollten. Das war den Jungen aber völlig egal. Für sie war das die höchste Freude, wenn sie damit die Sophie ärgern konnten und wieder aufs Neue einen „Stier“ schoben.
Eine andere Geschichte gibt es noch zu erzählen. Im Jugendheim wurde ab und zu ein bischen gepokert. Da war auch der Paul gern mit am Tisch. Einmal begab es sich, als die Karten aufgedeckt wurden, dass er eine street, also eine „Straße“ hatte. Er freute sich schon diebisch, weil er uns abgezockt hatte. Doch bei genauerem hinsehen stellte sich heraus, dass seine Straße „löcherig“ war. Es fehlte in der Reihe eine Karte. Hier wurde dann der Name „Paul-Straße“ erfunden, der sich bis heute noch hält. Eine Straße mit einer fehlenden Karte in der Reihe beim Pokern heißt in Oberharthausen bis heute „Paul-Straße“. So bleibt er auch im Kartenspiel den Oberharthausenern in Erinnerung.
Bei den verschiedenen Filmproduktionen von Hans Wacker in Oberharthausen war der Paul auch mittendrin statt nur dabei. Der Paul war nicht schüchtern, und so konnte er am „Set“ überzeugen. Er spielte alle möglichen Rollen als Statist und glänzte vor allem in der Szene, als er sich vom Doktor ( Josef Lachenschmidt) vor dem Besuch eines Feldbordelles inspizieren lassen musste. Dazu musste der Paul mehrmals seine Hose herunter lassen, weil der Regisseur wollte, dass im Hintergrund ein Schwein durchläuft. Da das Schwein immer wieder zickte, musste die Szene zum Vergnügen der Zuseher sehr oft wiederholt werden. Aber auch der Paul hatte seinen Spaß daran.
Es wurden von der Landjugend oft Ausflüge unternommen, und das Jugendheim war ein zentraler Treffpunkt für die Aktivitäten. Weihnachts- Geburtstags oder Faschingsfeiern wurden hier abgehalten und der Paul war immer mit dabei. Ob bei den Dorffesten in der Grillhütte, oder bei der Errichtung und Bepflanzung des Boltzplatzes, der Hans half wo er gebraucht wurde. Er war gewissenhaft und wenn er auch länger mit Freunden unterwegs war, dann war er in der Frühe bereit um in die Arbeit zu gehen. Noch eine letzte Geschichte, die dies bestätigt.
Wir hatten eine Geburtstagsfeier unter der Woche. Die zog sich etwas länger hin, weil wir an einem Lagerfeuer saßen. So wurde es inzwischen zwei Uhr früh, als wir noch einen lustigen „Regentanz“ mit Geschrei nach Indianerart um das Feuer machten. Als die Tanzerei dann beendet war, sagte der Paul, jetzt muß ich langsam heim, weil der Bus um drei geht und ich möchte mich noch frisch machen. Wir hatten nicht gewusst, dass er die BMW- Frühschicht hatte. Er aber fuhr heim, machte sich frisch und fuhr ohne zu schlafen in die Frühschicht nach Dingolfing zum Arbeiten. So war der Paul, er feierte gerne, aber er stand auch am nächsten Tag seinen Mann. Er war ein fleißiger und gewissenhafter Arbeiter und sein Job bei BMW bedeutete ihm sehr viel.
Er lernte seine Frau Jutta kennen, heiratete und baute sich in Pilling-Siedlung ein Haus. Dort führten beide ein glückliches und zufriedenes Familienleben. Ein plötzlich auftretendes akutes Herzproblem zwang ihn zu einer Arbeitspause. Er erholte sich aber wieder zufriedenstellend. Doch ein einsetzendes Krebsleiden warf ihn zurück und verlangte ihm viel Kraft bei der Behandlung ab. Er versuchte alles mit Therapien und notwendigen Eingriffen, musste aber dann erkennen, dass es für ihn keine Heilung mehr gab. Die letzte Zeit verbrachte er auf der Palliativstation in Straubing, wo er auch am 3. Juli 2024 verschied.
Der Paul war immer lustig und gut drauf. Er hatte eine ansteckende Heiterkeit, ein lausbubenhaftes Lachen und immer einen guten Spruch auf den Lippen. Der Paul hat bei seinen Weggefährten, Kameraden und Feunden tiefe Spuren der Freundschaft hinterlassen, die ein Leben lang anhalten werden. So einen Menschen wie den Paul vergisst man nicht, weil ihn alle von Herzen gemocht haben. Er hat Freude verbreitet und somit die Welt ein bischen lustiger, fröhlicher und besser gemacht. Wir sind dankbar für die schöne Zeit mit ihm!
Wir wünschen den Eltern viel Kraft für die Zukunft. Es ist sehr schwer ein Kind zu verlieren. Das selbe gilt natürlich für seine Zwillingsschwester Maria, die immer innig mit ihrem Bruder verbunden war und ebenso für seine tapfere Ehefrau Jutta, die ihren geliebten Mann aufopfernd bis zuletzt zur Seite gestanden ist.
Wir wünschen dem Paul eine gute Reise. Möge er die Leute im Himmel genau so wie auf Erden zum Lachen bringen. Leb wohl alter Freund und Ruhe in Frieden bis wir uns wiedersehn..
Bilder aus seiner Kinder- und Jugendzeit in Oberharthausen

Jetzt samma do (die Zwillinge Hans und Maria, geb. am 16.1.1967)

mit sich und der Welt zufrieden

de erste Hoibe

Erste Reitversuche

1968 Weihnachten

Maria und Paul vor dem roten VW Käfer

mit Mama vor dem neuen Auto

Hans und Maria vor dem Kadett


1971 die ganze Familie

1971 Weihnachten

1972 das erste Radl

Hasen als Spielgefährten

Maibaum aufstellen

1973 am 13. September 1. Schultag

1974 Fussball ist unser Leben

Erstkommunion

1975 Fahenweihe Pönning mit den "Taferlbuam"

Geburtstagsfeier

Geburtstagsfeier

Geburtstagsfeier

Geburtstagsfeier

Geburtstagsfeier

Geburtstagsfeier mit der "Späth" Gretl

Geburtstagsfeier

Geburtstagsfeier

Geburtstagsfeier

Fotoshooting auf der Wiese

Gruppenbild im Dannerhof

Baden in Atting

1979 in Wimpasing bei den Pferden

1979 Paul in Wimpasing

1980 Ministranten beim Abschied von Pfarrer Karl Zirngibl

1981 Weihnachtsfeier im Jugendheim

1982 Fahnenweihe in Pilling

1982 Fahnenweihe Pilling

1982 18. Geburtstag von Heidi

1982 Hl. 3 Könige

1982 Ostern Klapfeln bei Zisterer

Ausflug nach Salzburg

1982 vor dem Jugendheim

1982 Silvester im Dorf

1983 beim Spiel der Oberharthausener alt gegen jung in Pönning

1983 Erste Hilfe Kurs im Gasthaus Wacker

unter den Kastanienbäumen im Wirtshaus

Eisessen

1983 Ausflug zur IGA nach München

1984 Kappenabend beim Wacker

1984 Maibaum holen

1984 Maibaum herrichten beim Schmied

1984 Maibaumkränze binden beim Aigner

1984 Maibaum wachen bei Mayer

1984 Maibaumwachen macht müde

1984 Hecken am Sportplatz setzen

1984 Hecken am Sportplatz setzen

1984/85 Silvester im Jugendheim

1985 Altar herricchten für Sportplatzeinweihung

1985 letzte Vorbereitungen am Altar

1985 Paul bei den Vorbereitungen mit Hammer und Zange

1985 Landjugengruppenbild vor dem Kirchenzug

1985 Kirchenzug zur Boltzplatzeinweihung

1985 Paul mit den Mädels in der Grillhütte im Mayerhof

1985 Geburtstagsfeier bei der Mia im Wohnheim

1985 Weihnachtsfeier im Jugendheim

1985 Weihnachtsfeier im Jugendheim

1986 Essen im Postmeister

1986 Geburtstagsfeier bei Ilse

1986 Geburtstagsfeier im Jugendheim

1986 Silvester im Jugendheim

1986 Silvester im Kuchlbauer um 6 Uhr früh

1987 Dorffest- Mannschaft im Zelt von Walter Mayerhofer

1987 Skiurlaub

1987 Sportlerball beim Zirngibl in Pilling

1987 Weihnachtsfeier im Jugendheim mit Pfarrer Hans Buchner

1988 Eisessen beim Dorffest

1988 Hochzeit von Schwester Maria

1988 Brautstehlen bei der Hochzeit von Schwester Maria

Paul mit Schwager Jürgen

Paul genießt a Feierabendhoibe

Paul als geladener Gast bei einer Hochzeit

1988 Geburtstagsdfeier beim Co

1988 Kappenabend beim Wacker

1988 Kappenabend beim Wacker

1988 Gruppenbild der Landjugend nach dem Gottesdienst

1989 Feuerwehrausflug nach Wildbad Kreuth

1989 Fußballspiel gegen Pönning am Giglberg

1989 Kappenqabend beim Wacker ( damals gab es leider noch kein Rauchverbot)

1989 Rechnung vom Kegelessen beim Dimitri

1989 Grillfest am Rainer Weiher

Grillen im Jugendheim

Paul legt die Leistungsprüfung mit der Feuerwehr Oberharthausen ab

Paul fährt mit der FFW Oberharthausen zur Fahnenweihe

1990 Kappenabend beim Wacker

1991 Fuselparty im Jugendheim

1994 Paul und Christine

1994 Paul und Co

1996 Fußball Oberharthausen gegen Kay

2003 Fußballspiel im Dorffest
Paul bei den Filmaufnahmen von Hans Wacker in Oberharthausen













die berühmte Filmszene mit Paul, als er unzählige mal die Hose runter lassen musste
bleibt allen in Erinnerung

Abfahrt zum Griechenland Urlaub

Heiße Jungs auf der Liege

Herumstrawanzeln in Griechenland

Paul und Co gingen bei ihrem Urlaub in Griechenland voller Optimismus ins Casino -
oba wennst koa Glück host dann kimmt des Pech a no dazua.... des letzte Hemd war weg!


















