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Letzte Woche ist wieder ein Zeitzeuge aus der Übergangszeit vom 19. zum 20. Jahrhundert der Säge zum Opfer gefallen. Es handelt sich dabei um eine Esche, im Volksmund auch „Ruschpn“ genannt. Die Esche befand sich im Grund des alten Anwesens von Joseph Schmaißer, an der Kurve der Kreisstraße und des Perkamer Weges  auf Höhe des Dannerhofes. Das Grundstück wurde schon vor Jahrzehnten von Karl Wild erworben. Nun ist der Baum in die Jahre gekommen und stellte für die Anrainer und auch für den Verkehr eine Gefahrenquelle dar, weil alte morsche Äste auf die Straße herunterfielen. Man befürchtete, dass solche Äste auch auf Personen oder Autos fallen könnten. So entschloss sich die Familie Wild, diesen 100 jährigen Baum fällen zu lassen, weil schließlich sie bei einem Schaden aufkommen müssten.

 

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(Quelle: Bilder von Reiner Heininger)

 

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Dieser Baum reihte sich ein in eine ganze Reihe von sehr alten Bäumen, welche die letzten Jahre gefällt worden sind:

 

 

Zwei große Kastanienbäume im Hof des Wirtshauses Josef Wacker

Die Kastanienbäume bei der alten Kegelbahn lieferte einen schönen Schatten bei  so manchem Frühschoppen, Gesellschaftstag oder sonstigen Veranstaltungen, z.B. von der Feurwehr. Der Sepp Wacker hatte auch im hinteren Bereich des Hofes einen riesigen Nussbaum. Hier holten sich die Buben regelmäßig ihre Nahrung. Sepp Wacker sammelte die Nüsse und wusch sie in einem eisernen Korb, um sie dann zu seiner Familie nach Höhenrain am Starnberger See zu bringen.

 

Gasthaus Wacker

 

Eiinweihung Hierlbnacher Straße 21.7.1989

Einweihungsfeier der Straße nach Hierlbach am 21. 07. 1989 unter dem Kastanienbaum des Gasthauses Wacker.

Landrat Buchner aus Aiterhofen hält eine Rede.

(Quelle: Stadtarchiv Geiselhöring)

 


 

 

Drei große Eschen in der Auffahrt zum alten Anwesen von Jakob Sax, jetzt Peter Sonnewald:


Diese Eschen waren auch über hundert Jahre alt. Xare Märkl zählte nach dem Fällen die Jahresringe und kam auf 114 Jahre. Die Bäume waren teilweise innen hohl, so dass auch eine Gefahr für das Nachbarhaus der Familie Schiesl und Wacker bestand. So wurden sie aus Sicherheitsgründen 2019 gefällt.

 

gefällt

kaputte Esche

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Ein großer Kastanienbaum im Garten der „Hall“:


Auch unter diesem Baum ließ es sich gut aushalten. Hier saß man gerne im Schatten des Hallgartens. Das Abschiedsfest der Familie Schrock wurde 1984 auch hier gehalten.

 

Hall 2 Juli 1984

Die Gäste sitzen beim Abschied im Hallgarten unter dem Kastanienbaum

(Quelle: Bild Robert Schrock und Sebastian Luger)

 


 

Die große Weide in der Sauweide von Hans Schiesl:


Die riesige Weide stand beim alten Graben in der Sauweide. Hier hatten wir als Kinder eine Schaukel befestigt und die Wagemutigen stiegen auf einem unterhängenden Ast bis in seine Krone. Beim Hausbau von Martin Leibl 1983 mußte der Baum weichen. 

 

weidenbaum Schiesl

Fotoaufnahme von 1958

(Quelle: Stadt Geiselhöring)

Nach dem Haus von Ludwig Zellmer steht der Stadl der Familie Bergmann (heute das Schmaißeranwesen hinten bei der Kirche);

hier wurde später das Zweifamilienhaus  von Hans und Sepp Weiß gebaut. Danach kommt die Wiese von Alfons Späth

und dann die Weide von Hans Schiesl mit dem riesigen Weidenbaum.

 


 

Eine Esche bei der Zufahrt zum Gürsterhof:

 

Der Baum hat die Bombardierung überlebt und rettete am 5. 2. 1945  dem Stadler Wick als Schulbub das Leben. Der Wick suchte hinter dieser Esche Schutz und wurde so vor den umherfliegenden Granatsplittern gerettet. Sein Schulfreund Ludwig Aigner ( mit 12 Jahren) von Grollhof wurde dabei getötet, ebenso wie der Gürsterbauer Michael Gürster (64 Jahre) und seine Tochter Ottilie Gürster (22 Jahre). Beim Neubau des Hauses von Sepp Büchner musste der Baum 1990 gefällt werden.

Baum Hausgrundstück

Bild vor dem Hausbau ca. 1990 mit der Esche an der Zufahrt zum Gürsterhof

(Quelle: Bild Sepp Büchner)

 


 

Kastanienbaum in der Sauweide von Mayer Xare


Dieser Baum war ein sehr beliebter Steigbaum auf die nebenstehende Baracke von Mayer Xare. Die Baracke wurde in den Ferien von den Buben immer als „Lager“ benutzt, ein schöner trockener Treffpunkt um Angriffe auf feindliche „Stämme“ zu unternehmen. Der Kastanienbaum eignete sich dazu, um einen Überblick über das Gelände zu haben und die Feinde früher erspähen zu können.

 

Kastanien Mayerweide

 

Unter dem mächtigen Kastanienbaum fand auch der Maxl einen Schatten

 


 

Großer Kirschbaum in der Weide des Zellmerweihers

 

Es stand zur Freude aller Buben und Mädchen beim Zellmerweiher ein mächtiger alter Kirschbaum. So holten sich die frechen Buben und Mädchen beim Baden immer die süßen Früchte, wenn die Familie Zellmer auf dem Feld beim Arbeiten war.

 

Kirschbaum Hubert

Aufnahme von 1958 vom Zellmerhof und Zellmerweiher mit dem Kirschbaum

 


 Esche beim Graben entlang der Perkamer Straße gefällt

 

 

Späth und Schütz Opa

 

Hier am Bild sieht man Johann Schütz, die Mathilde Schütz und Alfons Späth beim Fällen einer Esche 

 

Späth und Schütz Opa1 

 

Nach getaner Arbeit "reiten" beide auf der "Ruschpn"

(Quelle: Bilder von Franz Pömmerl)


Zwei große Ahornbäume bei der Kirche:


Dieses Baum-Ensemble gehörte einfach zur ganzen Kirchenanlage dazu. Auf die Bäume wurde von den Buben gerne gekraxelt. So auch bei der „Schlacht“ der Jugend  vom Oberdorf gegen Unterdorf in den 60er Jahren. Der gegabelte Ahornbaum  war damals der Platz des Trommlers Walter Rienmüller, der von oben den Takt zum Angriff mit einer „Heringsbüchse“ schlug. Die Bäume waren über die Jahre schon hohl und teilweise ausbetoniert. Sie stellten ein Sicherheitsrisiko dar und wurden deshalb 2003 gefällt.

 

Primiz

unter diesen Ahornbäumen hielt Pfarrer Josef Schmaißer am 7. Juli 1953 seine Primiz ab.

 

Ahorn Kirche

2005 brachen vom Ahornbaum bei der Kirche durch einen großen Sturm viele Äste und fielen

auf die Gräber. Hier räumt Anna Wild ihr Grab von den Ästen frei.

 

Ahorn nach Sturm 2005

Nach dem Sturm war der Baum etwas "zerzaust"

(Quelle: Stadtarchiv Geiselhöring)

 

Fahnenweihe

1979 wurde das Gruppenbild von der FFW Fahnenweihe unter den Ahornbäumen vor der Kirche gemacht

 

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Hubert und Sepp Zellmer zerlegten dann den Ahornbaum  vom Kirchplatz fachgerecht

 

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2006 fräste Hans Dollinger aus Hirschling die Baumstümpfe am Kirchplatz

 


 

 Zwei alte Linden in der Straubinger Straße beim Ringenberg


In der Mitte befand sich ein Kreuz, das jetzt im Hierlbacher Weg steht. Diese Linden waren im Winter eine gewisse Gefahrenstelle, weil bei abfallendem Schnee und Eis die Straße ungemein glatt wurde. Bei der Zufahrt aus Oberharthausen war der Weg sicher, und auf einmal gab es eine Eisplatte. Da ist so mancher Autofahrer in den „Herrgott“ und auch Baum gerutscht und der Xare Mayer hat es dann wieder instandgesetzt. Im Zuge des Baues der Linksabbieger – Spur von der Geiselhöringer Straße nach Oberharthausen wurden die Linden gefällt. Das Kreuz hat Sepp Aigner restauriert und wurde nach einem Fackelzug mit Pfarrer Edmund Bock am Hierlbacher Weg wieder aufgestellt.

 

lindenbaum Ringenberg

Die beiden Linden und das Flurkreuz mussten 2011 bei dem Bau einer Linksabbiegspur

aus Richtung Straubing nach Oberharthausen weichen

 

Linksabbiegespur

 

 Am 17. 11. 2011 wurde die Linksabbiegespur durch Robert Wuffka vom staatl. Bauamt Passau frei gegeben.

 

Ersatzpflanzung

Am Hierlbacher Weg wurde dafür eine Ersatzpflanzung angelegt.

Dieses Pilotprojekt wurde vom Landtagspräsidenten Grunwald

am 19. 4. 2010 eröffnet.

 

 


 

 Pappelallee von der Straße von Oberharthausen zum Ringenberg

 

Im Rahmen des Straßenbaus der Kreisstraße von Oberharthausen zum Ringenberg wurden 1956 auf Anordnung des Wasserwirtschaftsamtes Deggendorf auch 140 Pappeln entlang der Straße angebaut, auf jeder Straßenseite 70.  Die Bäume bildeten eine schöne Allee zum Dorf herein. Mit den Jahren wurden die Bäume weniger, teils mussten sie gefällt werden, teils sind sie ausgedorrt. Jedenfalls waren sie bei den Anrainerbauern nicht beliebt, weil sie Äste abwarfen, das Feld beschatteten oder Nährstoffe wegzogen. 

 

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Quittung aus dem Jahr 1956 von der Gärtnerei Niedermeier über die Lieferung von 140 Pappeln

(Quelle: Stadtarchiv Geiselhöring)

 

Bäume Straubinger Straße kl

in einer Luftaufnahme von 1964 sieht man noch die Bäume als Schatten stehen,

wobei schon etliche Lücken entstanden sind.

 

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Pappeln sind Flachwurzler, die immer ein Umsturzrisiko beinhalten.

Das waren die letzten Exemplare, die dann auch vom Straßenbauamt gefällt wurden.

 


 

Diese alten Bäume könnten ein Buch schreiben, was sie über die Jahrzehnte alles gesehen und erlebt haben. Sie gehörten zum Ortsbild und gaben dem Dorf von weitem eine markante Silhouette. Schade wenn wieder einer nach hundert erfolgreichen Jahren gefällt werden muss. Es verschwinden aber dadurch auch immer mehr die Merkmale und auch der Bezug zu den alten Zeiten im Dorf.  Der Wandel im Dorf hat schon lange begonnen, wir sind mitten drin...

 


ile laber

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