
Organist Heinrich Reif an der restaurierten Orgel
Bilder und Bericht von Irmgard Hilmer im Straubinger Tagblatt vom 27. Aopril 2022
„Tag des Dankes und der Freude“
Dankgottesdienst zur Orgelsanierung – Antenringer Wallfahrtsjahr wurde eröffnet
Antenring. (ih) Es ist ein historischer Tag gewesen, als am 8. Dezember 2021 am Patroziniumsfest „Unbefleckte Empfängnis Mariens“ die restaurierte Orgel in der Wallfahrtskirche Antenring die kirchliche Segnung erhalten hat. Nun ist am Sonntag quasi ein „Orgelweihfest“ mit Gästen abgehalten worden. Gleichzeitig wurde damit auch das Antenringer Wallfahrtsjahr 2022 eröffnet.
Pfarrer Markus Daschner ging auf die Historie der Antenringer Orgel ein, die aus dem Jahre 1748 stammt und die letzten 50 bis 60 Jahre gänzlich verstummt war. Ganz wenige konnten sich noch an das Spiel der Orgel erinnern. Und so werde es auch in Jahrzehnten sein, dass sich nur noch die Jüngeren, die anwesenden Ministrantinnen, an dieses historische Fest erinnern können. Daran, dass Monsignore Johannes Hofmann dem Gottesdienst vorstand, dass eine neue Zeit begann und die Orgel bei den Wallfahrten wieder erklungen ist. „Es braucht Orte, an denen die Menschen zur Ruhe finden und sich zu Gott hinwenden mit Hilfe der Gottesmutter“ betonte Pfarrer Daschner und drückte seine Vorfreude auf viele Wallfahrer in diesem Jahr aus.
Die Jünger „waren Angsthasen“
„Ich wäre gerne dabei gewesen, damals als der Herr den Jüngern begegnete nach der Auferstehung“ gestand Monsignore Johannes Hofmann in seiner Predigt. Wie im Evangelium gehört, hatten sich die Jünger eingeschlossen. „Sie waren Angsthasen“, so Hofmann. Sie hatten Angst, dass man auch ihnen nach dem Leben trachtet, weil sie Freunde von Jesus waren.
Aber Jesus kam zu ihnen durch die verschlossenen Türen, wünschte den Frieden, hauchte sie an. Als Thomas, der Didymus, das hörte, zweifelte er und glaubte erst, als er Jesus berühren konnte. „Eigentlich ist es ermutigend, dass ein Zweifler unter den Aposteln war“, so Hofmann und erinnerte auch an den „Feigling Petrus“, der Jesus verleugnete oder auch an jene Jünger, die schliefen, als Jesus Todesängste im Garten Gethsemane ausstehen musste.
„Die Apostel waren nicht immer gleich die Säulen der Kirche“ resümierte der Prediger und meinte, dass dies für uns tröstend sei. Damit schlug er die Brücke zu den Talenten, die jeder einbringen kann. „Es muss zusammenklingen“ betonte Hofmann und erinnerte an die 225 Orgelpfeifen, die jetzt auch in der restaurierten Orgel zusammenklingen. „Es soll ein großes Gemeinschaftswerk sein: in der Familie, im Dorf, im Landkreis – Christen sollen wohlwollende, wohlklingende Menschen sein und keine Quertreiber. Menschen, die sich durch die Begegnung mit dem Herrn positiv verändern lassen“ drückte Monsignore Hofmann seinen Wunsch aus. Die Begegnung mit Jesus finde im Wort und im Brot statt – zum Beispiel in der Wallfahrtskirche Antenring – und dann könne man anders weggehen, als man gekommen ist. „Die Welt soll positiv zum Klingen kommen und jeder von uns soll auf seine Weise mithelfen“ waren die Schlussworte.
Gemeinsam zelebrierten Monsignore Johannes Hofmann und Pfarrer Markus Daschner die Eucharistiefeier. Der musikalische Teil der Liturgiefeier wurde durch Heinrich Reif an der Orgel, durch den Dreigesang der „Geschwister Reif“ und durch Volksgesang gestaltet. Dabei erklang auch das neue Wallfahrtslied „Mutter Gottes von Antenring“ aus der Feder von Heinrich Reif, das am 8. Dezember 2021 uraufgeführt wurde.
„Gottesdienst ohne Musik ist wie Suppe ohne Salz“
„Ein Gottesdienst ohne Musik ist wie eine Suppe ohne Salz“ sagte stellvertretende Landrätin Barbara Unger. Gerade während der Corona-Pandemie wurde dies schmerzlich bewusst. Sie würdigte alle Mühen bei der Orgelrestaurierung, das schöne Wallfahrtslied und die Überzeugungsarbeit, die Heinrich Reif als Organist geleistet hat. Die Antenringer Wallfahrtskirche liege am Europäischen Pilgerweg „Via nova“ – dort werde gemeinsam gebetet und viele Pilger kommen zu diesem Kleinod Antenring. Es sei schön, dass nun auch wieder die Orgel erklinge, denn sie kann jubilieren, aber auch klagen und weinen.
Bürgermeister Herbert Lichtinger würdigte ebenfalls das Engagement bei der Wiederinbetriebnahme der Orgel, die dazu beiträgt, dass die Gottesdienste noch feierlicher gestaltet werden können. „Die Basis wurde geschaffen, jetzt aber muss die Kirche durch die Wallfahrer auch wieder belebt werden, noch mehr und wieder stärker“ resümierte Lichtinger.
„Weiterhin viele wohlklingende Töne“ wünschte die Sprecherin des Pfarrgemeinderates Perkam Agnes Petschko. Es sei ein denkwürdiger Tag, der nun gemeinsam gefeiert werden könne, denn es sei „fast unmögliches“ an diesem kleinen Ort fertiggebracht worden.
Drei Generationen von Orgelpfeifen
Orgelbauer Andres Hemmerlein aus Cadolzburg ließ die Arbeiten an der Orgel Revue passieren. 1748 ist die Orgel von Leonhard Veichtmayr aus Straubing für die Pönninger Kirche gebaut und bereits 1761 nach Antenring gebracht worden. Mehrmals ist das Instrument gravierend umgebaut worden, und es hat größere Reparaturen gegeben.
„Wir sehen hier in Antenring drei verschiedene Generationen von Orgelpfeifen“ erklärte Hemmerlein und er gestand lachend: Zu Beginn der Restaurierung fehlte keine Pfeife und es konnte alles „gangbar“ gemacht werden, obwohl bei der Restaurierung 1840 „ganz schöne Böcke“ eingebaut wurden. Nun sei die Antenringer Orgel ein Instrument aus verschiedenen Generationen, das hervorragend in den Kirchenraum passt und wunderbar klingt. „Alle unsere Mitarbeiter haben ihr ganzes Herzblut und ihr ganzes Können in die Restaurierung gelegt“ versicherte er. Die neue Balganlage sei im historischen Stil nachgebaut worden. „Ein tolles Projekt, ganz liebe Leute bei der Zusammenarbeit, wunderbare Verköstigung vor Ort – es war schön, hier zu arbeiten“ betonte Andreas Hemmerlein abschließend.
Pfarrer Markus Daschner überreiche an Monsignore Hofmann „Spezialitäten aus Perkam“, an die Ehrengäste Osterlämmer und lud alle zum Stehempfang vor der Kirche ein, bei dem der Pfarrgemeinderat Perkam für die kulinarischen Schmankerl mit Getränken und Gebäck sorgte.

Monsignore Johannes Hofmann hielt die Festpredigt und zelebrierte
gemeinsam mit Pfarrer Markus Daschner den Festgottesdienst

Zeigten sich erfreut über die Orgelsanierung: stellvertretende Landrätin Barbara Unger,
PGR- Sprecherin Agnes Petzko, Pfarrer Markus Daschner, Ortganist Heinrich Reif,
Orgelbauer Andreas Hemmerlein, Kirchenpflegerin Rosi Nebel, Monsignore Johannes Hofmann
und Bürgermeister Herbert Lichtinger (von links)

Stehempfang nach der Kirche




















