
Maria und Hans Zisterer feiern ihr 55- jähriges Hochzeitsfest
Das Ehepaar Maria und Hans Zisterer feiern ihr 55-jähriges Ehejubiläum.
Feiert ein Ehepaar die Platinhochzeit, hat es 55 Ehejahre miteinander verbracht. Das ist in der heutigen Zeit eine große Seltenheit. Denn die Menschen werden zwar älter als früher und könnten somit altersmäßig ihren 55. Hochzeitstag leichter erreichen, aber die Ehen sind nicht mehr so dauerhaft. Von 100 geschlossenen Ehen werden mehr als ein Drittel bereits vor der Silberhochzeit geschieden. Das heißt, sie halten nicht einmal 25 Jahre. Ein Jubelpaar, das die Platinhochzeit erreicht, hat sich daher Anerkennung und Hochachtung verdient.
Neben Liebe und Treue spielen auch Respekt und Toleranz für den Partner eine wichtige Rolle im Eheleben. Und eben diesen Respekt sollten wir alle dem Jubelpaar an seinem 55. Hochzeitstag ebenfalls entgegenbringen.
Maria Zisterer wurde in der Haid bei Metting unter dem Familiennamen Berleb geboren. Sie hatte noch drei Brüder und ging in Metting zur Schule. Sie half als Mädchen am elterlichen Hof mit und arbeitete später als Haushaltshilfe in Oberwalting. Dort lernte sie ihren späteren Mann Hans kennen.
Hans wuchs bei seinen Großeltern in Eschlbach auf. Nach der Schule in Leiblfing begann er 1954 eine Mauererlehre. Diesen Beruf übte Hans durchgehend bis zu seiner wohlverdienten Rente aus. Den Wehrdienst leistete er 1960/61 in Freyung ab. 1962 bot es sich an, das Haus von Alois Dachauer zu kaufen. Hans renovierte das Haus und heiratete dann 1964 in Leiblfing.
Am 21. August 1964 war die standesamtliche Hochzeit, und am 22. August die kirchliche. Der Pfarrer von Leiblfing wollte die Trauung am Samstag eigentlich nicht durchführen, weil er befürchtete, dass am Sonntag niemand mehr in die Messe gehen würde. Er hat die Trauung aber dann doch vollzogen. Das Brautpaar durfte vor der Trauung als Einzige ein kleines Frühstück zu sich nehmen, wahrscheinlich damit ihnen mit leerem Magen in der Kirche nicht schlecht wurde. Damals war man in der Kirche sehr streng, weil die Kommunion nur auf nüchternen Magen zu sich genommen werden durfte. Vor einer Hl. Messe hat niemand etwas gegessen, der anschließend kommunizieren wollte. Bei der anschließenden Feier wurde Tanzmusik mit einem Plattenspieler gespielt, was aber danach leider eine Strafe nach sich zog, weil GEMA- Gebühren für die Musik zu entrichten waren.
Wie das Ehepaar berichtet, wurde von den Gratulanten der Hausstand besichtigt, was damals anscheinend so Sitte war. Im Bild sieht man noch den geöffneten Kleiderschrank, so wie ihn die Gäste damals ansehen durften. Maria Zisterer erzählt, dass das Brautkleid und die Schuhe heute noch im Speicher stehen. Ob sie das Brautkleid noch heimlich probiert, hat sie nicht verraten…
Die Zwillinge Hans und Maria gingen aus dieser Ehe hervor.
Das Ehepaar Zisterer ist fest in der Dorfgemeinschaft engagiert. Maria Zisterer kümmerte sich 25 Jahre liebevoll um die Reinigung und Pflege der Kirche. Sie ist bei den Landfrauen eine zuverlässige Hilfe (Altar und Blumenschmuck für Prangertag herrichten, Kräuterbüschl binden). Auch nimmt sie gerne am 14- tägigen Stammtisch der Frauen im Gemeinschaftshaus, oder sonstigen Veranstaltungen der Landfrauen, den Dorffesten oder an den Feuerwehrausflügen teil.
Hans Zisterer ist seit 47 Jahren bei der FFW Oberharthausen (Eintritt:1972) und seit 48 Jahren bei der Krieger- und Soldatenkameradschaft (Eintritt: 1971). Seit 65 Jahren ist er Mitglied des Mauerer- und Steinmetzvereins Straubing ,18 Jahre war er auch im Kirchenrat tätig und 10 Jahre bei der Jagdgenossenschaft. Worauf er aber besonders stolz ist, ist seine Zeit als Stadtrat von Geiselhöring. Er rückte in der SPD- Liste wegen des Rückzugs von Franz Hofmeister (zog von Geiselhöring nach Straubing) nach und konnte eine Periode im Stadtrat mitwirken. Zuvor war er ja schon jahrelang Ortssprecher von Oberharthausen gewesen.
Hans Zisterer hat in Oberharthausen seine Spuren als Mauerer hinterlassen. In den 70er Jahren hat er die alte Kirchenmauer zusammen mit dem Schneider Hans restauriert. Als die Dorfjugend 1984 ein Jugendheim im Gemeindehaus bekommen sollte, war es wiederum der Hans, der die Dorfjugend anleitete und unter seinem Kommando das Jugendheim baute. Als dann dieses Gemeindehaus samt Jugendheim von der Stadt Geiselhöring verkauft wurde, brauchte die Dorfjugend wieder eine Möglichkeit der Zusammenkunft. Da sich abzeichnete, dass in der Gastwirtschaft Wacker der Wirtshausbetrieb nach der Sophie wohl nicht mehr weiter geführt wird, hat Bürgermeister Stierstorfer vorausschauend ein Gemeinschaftshaus mit einem Jugendbereich geplant, um auch dem Dorf einen Ort für das Gemeindeleben zu geben. Und wer war wohl wieder der Chef beim Bau? Natürlich unser Hans Zisterer. Er hat den ganzen Bau mit seinem großen Wissen und Fleiß hochgezogen. Er bildete so manchem Oberharthausener zu einem „Mauerer“ aus, unterwies die Handlanger, teilte die Dorfleute ein und mauerte selber was er nur konnte. So konnte durch eine sehr große Eigenleistung der Bau günstig erstellt werden. Das ist ein großer Verdienst von Hans Zisterer, für das ihm die Dorfgemeinschaft sehr dankbar ist. Auch das Haus von der Kühlanlage wurde unter seiner Regie gebaut.
Und weil er so viel Arbeit und Kraft in das Gemeinschaftshaus gesteckt hat, genießt er jetzt darin die Veranstaltungen des Dorfes. Auch die Gesellschaftsabende am Freitag nehmen er und seine Maria gerne wahr. Wenn es das Wetter zuläßt, dann marschiert er nachmittags eine Runde durch Oberharthausen, um die neuesten Bauten (Baugebiet) zu begutachten, oder um seine Freunde , den Stadler Wick oder den Zellmer Sepp zu besuchen.
Wegen des Urlaubs von Pfarrer Markus Daschner kamen vom Pfarrgemeinderat stellvertretend Martina Pömmerl und Ingrid Becker zu dem Jubelpaar, um mit einem kleinen Präsent die Glückwünsche der Pfarrgemeinde zum 55. Hochzeitstag zu überbringen.
Auch die Dorfgemeinschaft Oberharthausen möchte Maria und Hans Zisterer die besten Glückwünsche übermitteln. Sie sind für uns alle ein Vorbild und Ansporn, weil sie uns zeigen, wie man so lange Zeit in Harmonie ein glückliches Eheleben führen kann. Die Dorfgemeisnchaft ist stolz auf Hans und Maria Zisterer und wünscht ihnen noch eine lange, gesunde und fröhliche Zeit für die Zukunft. Möge der Herrgott auch weiterhin ein beschützendes Auge auf euch haben.
Bilder von Hans und Maria Zisterer
Kirchenmauerbau 1972

Bau des Gemeinschaftshauses 2002








Bau des Geräteschuppens 2003


Video vom Betonieren des Geräteschuppens
Sepp Danner und Hans Zisterer beim Gratulieren von
Sepp Zellmer zum 80. Geburtstag
Maria Zisterer beim Palmbüschelbinden
Maria Zisterer beim Frauenfrühstück

Maria und Hans Zisterer erzählten beim gemütlichen Kaffeetrinken mit
Martina Pömmerl und Ingrid Becker von ihrer Hochzeit vor 55 Jahren

Die Gäste begutachteten früher die Aussteuer so wie hier den geöffneten Schrank
(aus Fotoalbum von Familie Zisterer)
Hochzeitsbilder von 1964


Martina Pömmerl und Ingrid Becker überreichten in Vertretung
von Pfarrer Markus Daschner den Jubilaren ein Geschenk

(Bilder von Ingrid Becker)


















