Ganz unbemerkt, weil auch von der Stadt Geiselhöring nicht erwähnt, ging heuer im Frühjahr ein 40 jähriges Jubiläum spurlos an uns vorbei. Es geht um die Eingemeindung von Oberharthausen vor 40 Jahren. Bei der Eingemeindung hatte sich Geiselhöring noch um uns gerissen, und jetzt sind wir wahrscheinlich nur noch ein Kostenfaktor (Sanierung der Straße nach Hierlbach).
Am 30.4.1978 trat der Gemeinderat von Oberharthausen das letzte Mal zusammen, um die Gemeinderäte und den Bürgermeister zu verabschieden, sowie die Auflösung der Gemeinde zu beschließen. Oberharthausen wurde bei der Gebietsreform trotz Widerstandes als Ortsteil Oberharthausen in die Stadt Geiselhöring eingegliedert. Damit erlosch die selbständige Gemeinde Oberharthausen.

An der letzten Gemeinderatssitzung von Oberharthausen nahmen teil:
Bürgermeister Jakob Zach
Gemeinderat Wolfgang Gruber
Gemeinderat Xaver Wallner
Gemeinderat Michael Gürster
Gemeinderat Johann Schmaißer
Gemeinderat Xaver Mayer
Entschuldigt gefehlt:
Alois Aigner
Alfred Hierl
Karl Wild
In dieser Sitzung wurde noch ein Zuschuß von 500 DM für das abschließende Fest am 12.05.1978 im Gasthaus Wacker beschlossen.
In dieser Feier am 12.5.1978 auf dem Tanzboden des Gasthauses Wacker wurden der Bürgermeister, die Gemeinderäte und sonstige verdiente Personen der Gemeinde Oberharthausen geehrt. Es wurden viele Reden gehalten ( Bürgermeister Alfred Heindl usw…)
Als dann die Reden und Ehrungen sowie das Essen vorüber war, nahm sich auf einmal ein gewisser Xare Mayer einen Stuhl, stellte ihn verkehrt auf die Bühne, saß sich mit Gesicht zu den Leuten , und verlas ein von ihm verfasstes Gedicht. Alle waren überrascht, weil es keiner wußte, aber alle lauschten den Worten von Xare:
Meine Damen, meine Herrn,
gessn hama, des laßtse hern.
A wenig a Freibier schod a koan,
Wasser dringma wieder moang.
Gred hams traurig und auch heiter,
und iatz helf i euch a bissl weiter.
Was i euch sagen wui, ist nicht alles von heuer,
ös werds soang, des segt eam gleich an Meuja.
Iatz passt ´s a bissl af, is bald vorbei,
aber bitte stad miaßt´s fei sei.
Trinkt´s nomoi vom Wein oder vom Bier,
i sags nomoi, bitte aufpassn miaßts iazat mir.
Prost: Iaz fangma o, trunga hams,
wenns wirkli locha miaßts , brauchts euch net schama.
Grüaß Gott , liabe Leut,
ihr seits alle kemma heut.
Von fern und nah,
ja dös is doch wunderbar.
Buagamoasta, Gmeindeschreiber und Kassier
A schöne Gmeinschaft warma mia –
Abschiednahme is a greißlichs Wort
Sakaradi, dös is fei wirkli hoat.
Sterbn braucht zwar koana deswegn,
aber war einfach klasse und wunderschön.
Gebietsreform des is a Wort, ned zum fassn,
wer des erfuna hat, ghört in Himi aufegschossn.
Do kon oana sagn wos er wui,
do is der Teifl todsicher mit im Gschpui.
Auf Geiselhöring hams uns aufedo, de Narrn,
des kennt a Depp, das des is a Schmarrn.
Ja Leid, des is a Jammer und a Kreiz,
watma doch selbständig bliebn wia de Schweiz.
I glaub, do is jetzat nix mehr zum mocha,
mia miaßn halt zu derer Sach trotzdem a bißl lacha.
Da Heindl Alfred is unser neuer Boß,
schaugt´s hintere, do sitzt er hint ganz groß.
Mit uns sagts, steigt sei Gehalt in d´Höh,
er muaß mim Geld in d´Schweiz , des is zum Versteh.
I vergiß euch net, sagts, des derfma glaubn,
I wird mindestens alle zwoa Johr mol owischaugn.
Sei Frau locht uns o so süaß,
a neuer Nerz, des is ma gwiß.
Und iatz sand unsere Burgamoaster an der Reih,
seid i woas, warns 5 oder 3.
An Adam und Eva laß ma weg im Raum,
dö ham koan Burgamoasta braucht, dös derft´s glaum.
Das de Scheriff alt werden, dös is bereits beweisen,
da Wurm Hans drom, darf bereits den 90er genießen.
Wenn der wissn dad, was de heut Rentn kriang,
dada mit 100 ano kandidiern.
Dann kam der Hüttenkofer Sepp in Dienst, ganz klar,
da kannst nix macha, Buagamoasta bin i, du Narr.
Da Prebeck Jackl hat ihn abgelöst, in da Oanöd draußt,
Bua Deifl, hod der do draußt ghaust.
Vormittag war a meists im Bett und hod glacht,
nachmittags hat er dann seine Geschäfte gemacht;
gar oft hat er gesendet, das Gespräch ist beendet.
Bald drauf kam dann der Schiasl Hans in Dienst,
hoid die Fotzn, du Hammel, du spinnst.
Ganz andere Ausdrücke hod er oft gebraucht,
Bua Deife, do hods da oft fei graust.
In Disch hod a oft eighaut, das a se biagt,
da host direkt Angst fei griagt.
Tue Recht und scheue Niemand, war sein Leitwort 18 Jahr,
Leid i sags euch, es war einfach wunderbar.
Ja wirkli so lang is er unser Boss fei gwen,
sagt´s es seiber, is denn dös ned wunderschön?
1966 is dann da Diplomat, da Jackl kemma,
man hod glaubt, er duat uns alle glei darenna,
doch wir haben ihn gebändigt
und so blieben wir alle auch lebendig.
Neue Besen kehren bekanntlich gut
Und dazu gehört ein bisschen Mut.
Sei Leitwort: Und kommst du als Geisbub auf die Welt,
muaßt Buagamoasta werdn, dann kimsmt zu Geld.
Sei Haufa is dann allerweil größer worn ganz brav,
iatz hod a gsagt muaß i aufhern, sonst wird’s ma grab.
Vor a paar Jahr hamna seine Bürger so geärgert, das war ned zu fassen,
dann hata sö a so a Herzmaschin einebaun lassn;
dös Ding haut ganz guad hi, dös wissma scho,
doch wenn na da Grollhof ospritzt, fangt´s zu klopfa o.
Und wenn a an Solo gwunna hod, dann grinsta,
4 Ober, Schneider, mocht an Fünfa.
Wenn i so zruckdenk an die Arrientierungszeit,
do hod des Schneeschaufln no gmocht a Freid.
Da Jakob hod seine Grenzn in Schnee neubaut,
ze fix, hamma da oft gschaut.
Wie der Kas dann umi war,
hod a gsagt, passt scho, wunderbar.
Meine Felder ling ned schlecht,
I glaub, i hob´s scho gmacht ganz recht.
Man kon auf da Welt net allawei gwinna,
so muaß a mei Sach a Ende fina.
Zum Schluß, deama des scho segn,
da Jakob is a guade Buagamoasta gwen.
Mia deama eam scho danga, dös is ned verkehrt,
Glaubt´s denn ihr, daß iatza besser werd? –
Im Gmeinderat war i mehrere Jahre dabei,
mia san guad auskemma, dös sog i Euch glei.
Vor Jahren hod a no a Gmeindediener ghabt, an Hans,
den hod´s tatsächlich aufgoabat ganz.
Fürs Fenster hod er einegschaut wias eam geht,
da Hans hod nix mehr gsagt, es war scho t´spet.
Und kommst du als Geisbub auf die Welt,
muaßt Buagamoasta werdn dann kimmst zu Geld.
Buagamoastarei aufgebn, is ned zum Fassn,
da Lehner z`Pönning, glaub i, mecht sich daschiaßn lassn.
Jakl, dua des ned, es is scho zwecks dö Fraun,
mia dan de in Ehren halten, dös derfst ma glaubm.
Von Geiselhöring scheint auch die Sonne runter
Und wir bleibend abei ganz frisch und munter.
Wir werdens weiterhin so halten,
sind frisch und munter und bleiben die Alten.
Im Stadtrat war für uns koa Platz ned frei,
mit mehere Kandidaten waren warma dabei.
Da Sepp, da Meik und da Hans,
koana hod´s gschaftt halt ganz.
Da Zug is abgfahrn und koana hod gwunga,
uns hods natürlich greislich gschtunga.
Dös is ja leicht zum versteh, bei dera Kraft,
da Hans hod se glei a neis Anzügerl kafft.
An Mantel, a Krawattn und a Hemd dazua ganz fei,
im Stadtrat sagta, muaßt doch schneidig sei.
Iatz steh ma do, nix hod´s gnützt,
ganz umasunst ham die Kandidaten gschwitzt.
Hans , iatz ziagst dein Anzug o ins Bett,
dann erfüllta vielleicht a sein Zweck.
Und iatz kimmt da letzte Schrei,
an Ortssprecha brauchma, dann samma wieder dabei.
Wenn sollma wählen, wer soll´s wern,
da kannst a glei narrisch wern.
DaHans, da Mesner vo Harthausene, is doch a tüchtiger Mo,
denn hama aiz als Ortssprecher auf geiselhöring aufido.
Ganz hintn im Eck is sei Plotz
Obsn wohl seng wern , unsern Spotz?
Hau eine in Disch, daß kracht, wie einst im Mai,
wirst es sehn, dann werns scho wach und kemmat glei.
Zum Schluß sag i euch, liabe Leid,
seids gscheid, holts zamm und habt´s a Scheid.
Wenn a da Himme ned allerweil lacht,
nächt´s Jahr halt ma a Fahnawei, das alles kracht.
S`Dorf wird hergricht, dös wissma gwiß,
d´Leid wern moana sie san im Paradies.
Ja mia laßma uns ned untakriang,
da Heindl Alfred wird uns scho führn.
Des is a Mo, dös hob i so im Gfui,
der woas scho, wos er wui.
Er is a äußerlich ned greisli, ja sogar schen,
mit dem Kerl, glaub i, kon ma scho redn.
Spaß muaß sei bis ins Grab,
i hoff, das i neamat beleidigt hab.
Für die Aufmerksamkeit dank ich euch schen,
in Gottsnam, ös wird scho weiter gehen.
Mayer Xaver, 12.5.1978

Der Stadtrat 1978 bei der Vereidigung durch Bürgermeister Alfred Heindl.
Das Bild zeigt den Stadtrat mit den neu hinzugekommenen Ortssprechern.
Für Oberharthausen wurde als 1. Ortssprecher Johann Schmaißer gewählt.

neue Stadträte 1984

neue Stadträte 1990

neue Stadträte 1996

neue Stadträte 2002
Amtskette Übergabe an Bernhard Krempl 2008
Vereidigung Bernhard Krempl 2008
neuer Stadtrat 2008

neuer Stadtrat 2014

2015 Verabschiedung Uli Aigner : 16 Jahre für Oberharthausen als Stadtrat tätig

ab 2015 Peter Schneck neuer Ortssprecher

alter Ortssprecher Uli Aigner, Verwaltungsangestellte Maria Reicheneder Geiselhöring,
neuer Ortssprecher Peter Schneck, 1. Bürgermeister Herbert Lichtinger
Herr Johann Zisterer war für Franz Hofmeister als SPD- Stadtrat nachgerückt!
So hatte zwischenzeitlich Oberharthausen einen Ortssprecher und einen Stadtrat!!

Quelle: Wikipedia


















