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Petrus meinte es gut mit den Oberharthausenern am diesjährigen Prangertag. Bei herrlichem Sonnenschein zogen die Vereine mit ihren Fahnen zu den wunderschön geschmückten Altären der Familien Franz Pömmerl, Hubert Zellmer, Thekla Zellmer und dem Landfrauenaltar. Im Zug marschierte Herr Pfarrer Markus Daschner mit der Monstranz, beschattet vom „Himmel“, den die Oberharthausener Männer trugen.
Der Prozessionsweg wurde mit schönen jungen Birken und Büscheln mit wehenden Girlanden von den Anrainern geschmückt. Auch wehten dem Herrgott zur Ehr vor den Häusern gelb weiße oder blau weiße Fahnen.

Nach dem letzten Altar zog die Prozession noch einmal in die Kirche ein, um aus vollen Kehlen ein „Großer Gott wir loben dich“ zu singen.

Die Dorfgemeinschaft bedankt sich bei allen freiwilligen Helfern, welche die Altäre und den Prozessionsweg so schön geschmückt haben. Außerdem ein Dankeschön dem Nachbardorf Pönning, die mit ihren Vereinen und Fahnenabordnungen gemeinsam mit den Vereinen von Oberharthausen teilnahmen.

 

Bilder von Scho Fong und Hein Sax

 

 

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Der Prangertag
Die große Prozession

Der feierlichste Umgang des ganzen Jahres ist die Fronleichnamsprozession. Auf dem Land heißt der Fronleichnamstag auch Prangertag. Dieser Name leitet sich ab von den "Prangstangen", die früher bei den Prozessionen mitgeführt wurden, und von dem übrigen "prangenden" Zubehör dieses Festes. Die Prangstangen waren große geschmückte und bemalte Stangen, Vorläufer der späteren Prozessionsstangen, abgewandelte Formen des Maibaums. Zunächst war das "Fest des Leibes Christi", das vom Papst im Jahr 1264 eingeführt worden ist, ohne Prozession gedacht. Doch in Deutschland wurde das Fronleichnamsfest sogleich nach seiner Einführung zu einer Kirchenfeier mit Flurumgang und Wettersegen. So waren auch für die Ausgestaltung dieses Festes ältere Gepflogenheiten bestimmend. Schon im Mittelalter wurde die Fronleichnamsprozession mit großem Aufwand feierlich begangen, und seit dem 14. Jahrhundert hatte man dazu an vier verschiedenen Stellen des Prozessionsweges die Evangelienaltäre aufgestellt. Ihre größte Prachtentfaltung erlebte die Fronleichnamsprozession bei uns in der Barockzeit, als sie von den Landesfürsten als wirksames Mittel gegen die Reformation nach Kräften gefördert wurde. Die Zeit der Aufklärung hat auch die üppige Pracht der Fronleichnamsprozession stark beschnitten. Doch noch heute repräsentiert die Prozession dieses Tages in Dorf und Stadt in einer großartigen Weise das ganze Gemeinwesen. Die Vorbereitungen machen viel Arbeit. Das ganze Dort wird gefegt und gekehrt, die Häuser werden mit Kränzen, Girlanden und Fahnen geziert und der Weg mit Gras und Blumen bestreut. In Stadt und Land hängen rote Tücher vor den Fenstern, und vor allen Häusern, an denen die Prozession vorbeikommt, stehen junge Birken. An den vier angestammten Plätzen werden die vier Evangelienaltäre aufgestellt. Alle Vereine und Verbände nehmen daran teil, allen voran die Mädchen in weißen Kleidern. Zum lauten Beten und zum Festgesang der Prozessionsteilnehmer gesellen sich die getragenen Weisen der Blaskapelle, Glockengeläut und Böllerschüsse. Unter dem Traghimmel schreitet der Priester in vollem Ornat mit dem Allerheiligsten in der goldenen Monstranz. Es ist Ehrenpflicht der höchsten Gemeindemitglieder, in der Fronleichnamsprozession hinter dem Allerheiligsten zu gehen. Früher trugen die Ministranten überall in Körben kleine Kränze aus verschiedenen Kräutern mit, die hernach unterm First aufgehängt wurden, um den Blitzstrahl abzulenken. An manchen Orten ist dieser Brauch noch heute in Übung. Früher fanden an vielen Orten am Fronleichnamstag eigene Kräuterweihen statt und die geweihten Kräuter wurden insbesondere als Wettersegen verwendet. Auch heute noch gelten das Grün der Birken, an denen das Allerheiligste vorbeigezogen ist, und Kräuter, Kränze und Blumenschmuck der Fronleichnamsaltäre als segenskräftig. Deshalb werden auf dem Land die Birkenstauden nach der Prozession von Frauen und Kindern gerupft. Ein Zweig davon wird daheim hinters Kreuz gesteckt oder ein Kreuzl davon aufgehängt. Aus dem Grün des Fronleichnamsschmucks flochte man früher Kränze, die am Johannistag zerrieben und ins Feuer geworfen wurden. Mancher Bursch holt sich im Schutz der Dunkelheit einen solchen Buschen und trägt ihn vor die Tür seiner Hochzeiterin oder vor die Schwelle eines unbescholtenen Mädchens. Weniger rühmlich bekannte Mädchen hingegen bekamen einen alten Strohbesen vor Tür oder Fenster oder es wurden ihnen Gsod oder Spreu vor das Hoftor gestreut. Auch der Glaube an einen Dämon zog sich noch bis in unsere Zeit in die Vorstellungswelt des Prangertages herein. An diesem Tag, so wähnten die Alten, geht der "Bilmesschneider" um. Er reitet während des Gebetläutens über die Felder. Alles Getreide, das der gefräßige Bock während dieser Zeit abbeißen kann, nimmt er mit. Deshalb war es früher Sache des Mesners, am Fronleichnamstag und an den übrigen Tagen, an denen der Bilmesschneider umgeht, das Gebetläuten so kurz zu halten als möglich.

 

Quelle: Chronik Konzell