Viel wird heutzutage von unseren Kindern in den Schulen verlangt , Hausaufgaben, Nachmittagsunterricht, Schulaufgaben, Referate, mündliche Prüfungen… da freut man sich als Schüler wenn die Ferien kommen… und jetzt sind sie da..
Und daß jetzt Ferien sind, kann man heuer an den Dorfkindern von Oberharthausen hören und sehen. Haben sie sich doch zu einer Gruppe zusammengefunden, und haben die ehemalige „Sauhütte“ vom Aigner Sepp in der Weide im Unterdorf in eine Festung umgebaut. Mit Feuer und Flamme sind sie bei der Sache, haben auf das Dach eine Aussichtsplattform mit Geländer gebaut und einen Einstieg von oben in ihre Gemächer. Von der Straße her ist das Lager auch durch eine Rampe über den Dorfgraben möglich, welche die Buben aber sofort auf das Dach zurückziehen können, damit kein Feind ihr Territorium betreten kann. Durch den Dorfgraben ist das Lager noch zusätzlich wie eine Ritterburg vor Eindringlingen geschützt. Auch eine Treppe zum Burggraben abwärts und dazu eine kleine Holzbrücke wurden fachmännisch erbaut. Der Graben wurde auch angestaut, und so mancher Jungen schöpfte zur Freude der anderen mit seinen Stiefeln richtig ein, so daß das Wasser oben herausrann…. Auch eine Feuerstelle wurde ausgehoben, um in den Abendstunden die Abenteuer am Lagerfeuer zu besprechen.
Das ganze ist auch den Dorfleuten nicht verborgen geblieben. So bestaunen oft der Schießl Hans oder der Stadler Wick die geschäftigen Jungen bei ihrem Treiben. Der Schießl Hans soll als Ehrenmitglied angeblich einen Thron oben auf der Aussichtsplattform kriegen. Und wenn man das so sieht, dann denkt man unweigerlich an die eigene Jugend zurück. Man hatte damals auch irgendwo sein Lager errichtet, um feindliche Banden zu bekämpfen. Oder man denkt an die Zeit, wo die Jungen früher Oberdorf gegen Unterdorf in den Ferien so manche legendäre Schlachten geschlagen haben, die der Englberger Sepp heute noch und nur allzu gerne erzählen kann.
So ist es für alle eine Freude, daß die Kinder in den Ferien Kind sein dürfen und es auch selber wollen. Schön daß sich was rührt im Dorf, und daß die Kinder nicht nur die Zeit mit Fernsehen oder Computer spielen verbringen.
Kinder tobt euch richtig aus, der Ernst des Lebens kommt noch früh genug…..