
Am Dienstag fand im Gasthaus Wacker eine sehr gut besuchte Informationsveranstaltung der Jagdgenossenschaft statt.
Das Thema war:
Photovoltaik-Anlage Anlage Bahnacker Perkam und dem Bau einer Kabeltrasse nach Oberharthausen mit der Errichtung einer Trafostation.
Jagdvorsteher Franz Pömmerl konnte dazu die Bürgermeister. Bernhard Krempl (Geiselhöring) und Hubert Ammer (Perkam), sowie Frau Andrea Gatzek von der Betreiberfirma Bos.sten AG und die Presse in Form der Elisabeth Ammer begrüßen.
Worum geht es eigentlich?
Herr Nisselbeck von Perkam hat auf seinem Grundstück nahe der Bahntrasse eine Photovoltaikanlage errichten lassen. Die ist jetzt fast fertig gestellt und soll nun angeschlossen werden. Da aber Perkam bereits mehrere PV-Anlagen in Betrieb hat, kann diese nun wegen Auslastung nicht mehr eingespeist werden. Nach ersten Gerüchten, daß die Einspeisung in Oberharthausen sein soll, trat Franz Pömmerl als Vorsteher der Jagdgenonssenschaft auf den Plan, weil ja schließlich Feldwege, Drainagen und Grundstücke der Bauern betroffen sind. Nach diversen Abstimmungsgesprächen mit Herrn Singer vom Bauamt Geiselhöring, konnte nun schließendlich ein passendes Grundstück gefunden werden. Der Prozeß der Objektfindung war nicht einfach, weil verschiedene angedachte Grundstücke aus verständlichen Gründen von den Besitzern nicht veräußert wurden. Es wurde ein Ortstermin mit Hr. Köberlein, Bauer Franz, Zellmer Manfred und Franz Pömmerl am Auweg durchgeführt. Der Einspeisepunkt wird nun außerhalb des Dorfes an der Ecke eines Grundstückes sein (siehe Bilder im Anhang).
Franz Pömmerl sagte, daß schon ein Gestattungsvertrag zwischen Stadt Geiselhöring und der Firma Bosten unterschrieben wurde. Der geht aber nur bis zur Trafostation im Auweg beim Gruber Wolfgang.
In dem wurde unter anderem festgehalten, dass
· die Feldwege wieder instand gesetzt werden müssen
· die Drainagen bei Beschädigungen wieder hergerichtet werden
· 5 Jahre Gewährleistung zur Nachbesserungen der Straßen so weit es der Stromleitung angelastet werden kann
· 2 Jahre Hinterlegung einer Bankbürgschaft von 10.000 € zur Beseitigung auftretender Mängel, sollte die Firma ihren Pflichten nicht nachkommen
Die Besucher hatten viele Fragen an die Verantwortlichen, so wie z.B.:
- Wer bezahlt den Anschluß dieser 4,5 km langen Leitung nach Oberharthausen?
Antwort Frau Gatzek: Diesen Anschluss muss ausschließlich die Firma Bos.ten AG aufbringen und sprengt fast ihren finanziellen Rahmen; Nisslbeck Josef ist nur der Verpächter des Grundstücks und nicht der Betreiber, bekommt alljährlich seine Pacht und hat sonst mit der Anlage nix zu tun. Wenn diese Anlage fertig ist, wird an Investoren verkauft. - Warum wurde bei Genehmigung dieser Anlage der Einspeisepunkt vorher nicht überprüft ?
Antwort Frau Gatzek: sie hat eine Genehmigung für den Bau dieser Anlage von der Gemeinde und den Behörden bekommen. Dann wurde im September bei der EON der Antrag auf eine Stromleitung -Verträglichkeitsprüfung gestellt. Diese dauert aber mindestens 3 Monate. Der Anschlusspunkt wird dann von der EON genannt und muss akzeptiert werden. Es waren anscheinend, wie Frau Gatzek gesagt hat, die Leitungen in der näheren Umgebung belegt, so dass in Oberharthausen angeschlossen werden muss. Wegen dem EEG-Gesetz das der Staat gemacht hat, hat ein Rechtstreit gegen die Kabeltrasse keinen Sinn. - Ist es so, daß die Oberharthausener evtl. keine Dachsolaranlagen oder ähnliches mehr anschließen dürfen?
Antwort: Nach Anfrage bei EON erklärte Herr Krempl, EON wird bestimmt keine schriftliche Erklärung dazu abgeben. Wenn jemand eine Anlage errichten will, dann muß ein Antrag gestellt werden. Erst dann wird geprüft, ob es eine Anschlußmöglichkeit gibt, oder ob eine neue Trafostation gebaut werden muß.
Abschließend kann gesagt werden,
- Daß die Planung dieser Anlage unter aller Sau verlaufen ist. Hier wird einem Dorf, das mit der PV-Anlage in Perkam nicht das geringste zu tun hat, eine Zuleitung über unsere Flur, vorbei an Wohnhäusern (elektromagnetische Strahlung der Stromleitung!!) und noch eine separate Trafostation zugemutet.
- Daß die Gewerbesteuer der PV-Anlage ausschließlich in die Gemeinde Perkam läuft, und nicht anteilig auch an Oberharthausen (Geiselhöring) geht
- Daß die beiden Bürgermeister Krempl und Ammer aus diesem Fall ihre Lehren ziehen, und für weitere Projekte auf einen festen Einspeisepunkt vor Baubeginn bestehen
- Daß zu diesem Thema eine Bürgerversammlung zwingend notwendig gewesen wäre, weil es alle Oberharthausener betrifft!! (Stromleitung nahe an Wohnhäusern, evtl. PV- Errichtung durch Oberharthausener in der Zukunft möglich..usw)
- Daß wieder einmal die Fremdbestimmung des Staates und der Stromwirtschaft über ein kleines Dorf vor Augen geführt wird. Der Geldwirtschaft muß anscheinend alles unterworfen werden, die Interessen des Dorfes bleiben auf der Strecke….. es heißt immer die Bürger sind das höchste Gut des Staates… aber nur bis es um Geld geht..armes Deutschland!


Zeitungsbericht von Elisabeth Ammer zu diesem Thema
