Am Samstag, den 13. März, war es wieder so weit. Starkbierfest war angesagt in Oberharthausen. Man muss sagen, das lange Warten hatte sich gelohnt!
Um 19:00 war der Saal bereits brechend voll. Ortssprecher Uli Aigner konnte neben den vielen Besuchern auch den Bürgermeister Bernhard Krempl , sowie die Stadträte Herbert Lichtinger, Hans Bauer, Angela Ramsauer und Helmut Prebeck begrüßen.
Um 20:30 wurde dann der Pater Franziskus mit gregorianischen Gesängen hereingespielt.
Er hatte gleich zu Beginn eine CD mit Steuerflüchtlingen in der Hand, die er gern dem Bürgermeister Krempl weiterverkauft hätte. Dann schon mal auf den Geschmack gekommen las er der Bayerischen Regierung gehörig die Leviten. Pleite der Bayern LB, Umfallen beim Rauchverbot,  Haberfeldtreiben der Bauern, Selbstbedienungsmentalität der Bundestagsabgeordneten waren unter anderem die angeprangerten politischen Themen.
Ein weiteres Kapitel waren die Stadträte, die ein Wettfasten veranstalteten und dann so schnell wurden wie ein Windhund, oder der Bürgermeister, der bei der Lichternacht in Geiselhöring seinen eigenen ausgeschriebenen Fotowettbewerb gewinnen wollte, so umtriebig war er beim Fotografieren.
Er sah die Oberharthausener Bauern mit ihren neuen Bulldogs überfordert, weil die Fahrzeuge nicht auf ihre alten Befehle wie hott, wia, wista und brrr... reagieren und mit dem Stecken schlagen auch nix hilft.
Er erzählte uns weiter, daß der
Zellmer Mane den Weiher ausgebaggert hat und damit den Badesatz von Generationen Oberharthausenern als Dünger auf die Felder gekriegt hat, insgesamt 20 Fuhren reinstes Kulturgut.
Weiterhin riet er dem Braun Franz, er soll doch von Rapsölproduktion auf Rosenöl umsteigen, damit Oberharthausen den Duft von Misthaufen und Odl nimmer im Ort hat.
Wir konnten auch hören, dass der Büchner Sepp mittels RED BULL jeden Moastein versetzen kann und dass die
Zellmer Thekla als 15 Nothelfer benannt wird, weil sie in Oberharthausen zur Helferin aller Gestürzten und Gefallenen geworden ist.
Die Hirschlinger machten ihm große Sorgen , weil sie so wild auf die Hefe im Weißbier sind und das man ihnen als Zusatzfutter immer ein Germ auf den Tisch legen soll, wenn sie auf Entzug kommen.
Der Herr Pfarrer, bekamen wir zu hören, ist so verschwenderisch mit dem Weihwasser, daß man jetzt die Laaber zur Kirche umleiten muß und sie als Ganzes zum Weihwasser segnen lässt, oder man stutzt ihm seinen „Bemsl“ dann würde es auch länger reichen. Auch sein Hang zum Englischen wurde aufgezeigt, weil doch der Friedensgruß ein nettes „shake hands“ und
die Mutter Gottes zur „Holly Mary“ umbenannt worden sind. Ohne Abitur brauchst da gar nimmer in die Kirche gehen. Und wenn er dann mal versetzt wird , dann sagen wir alle schön „good bye“.
Die Pönninger müssen jetzt mangels Möglichkeit, ihre Flaschen und Altkleider nach Oberharthausen bringen. So kam es, daß ein Pönninger seine alte Kutte in den Container werfen wollte und sie nicht rein brachte. Da konnte der Pater Franziskus dem Pönninger einen Rat geben, weil er sah, daß doch die Frau noch in der Kutte steckte.
Die Oberharthausener Feuerwehr hatte ein großes Fest geplant mit Ochsenbraterei, Brauereiauszug  mit Pferdeprachtgeschirren und ein Riesenfeuerwerk mit Freibier wenn denn ein Leistungsabzeichen nach 10 Jahren Abstinenz gemacht werden würde. Dann war aber Gottseidank doch noch ein Kamerad abwesend und die Prüfung musste nicht gemacht werden. So blieb es, so wie alle Jahre, bei einem Essen mit Wiener und einer trockenen Semmel.

Dann hatte der Pater Franziskus nach 45 Minuten noch ein paar Fürbitten an unseren Herrn zu richten, die ihm sehr am Herzen lagen:


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Herr, laß bitte den Fuchs verrecka, der die Hühner vom Aigner Sepp frisst, dass er wieder Eier verkauffa kon... 

Herr, hilf, daß dem Zellmer Sepp des Altöl ned ausgeht, damit er auch im nächsten Jahrzehnt den Maschenzaun damit streicha kann .. 

Herr, laß blos koan Doktor dem Büchner Sepp beim Arbeiten zuschauen, sonst verschreibt er ihm wegen seiner langsamen Bewegungen noch Thrombosestrümpf
 
Herr, laß den Stautner Wick mit seinen Findlingen im Garten nicht so weitermachen, weil sonst ist in ein paar Jahren der Bayerische Wald nach Oberharthausen verlagert...

Herr, laß dem Janker Sepp in der Totenkapelle in Perkam eine gscheide Isolierung einbauen, weils do drin so noß is, daß die Armen Seelen scho kalte Füaß haben und Rheuma kriang 

Herr, laß dem Stierstorfer Hans den Unterschied zwischen Diesel und Benzin erkennen, weil  er sonst noch mal falsch tankt 

Herr, erschaffe einen neuen Kontinent, weil in Afrika schon nimmer Platz ist für die ganzen Radl und Nähmaschinen die der Lehner Sepp hergerichtet hat 

 


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Herr, bau der Schmiedin einen Zaun aus Beton, weil wenn ihr den neuen Zaun wieder einer umfährt, dann gibts in Oberharthausen von ihr einen Amoklauf und ein Massaker 

Herr schaff die Freien Wähler wieder ab, weil sonst die CSU in Geiselhöring nie mehr an 1. Bürgermeister stellen... 

Herr, lass den Bürgermeister zur Einsicht kommen, dass der Graben vor dem Gemeinschaftshaus mit Uferlampen ausgestattet werden muss, damit wir die hilflosen Starkbierleichen schneller finden. 

Herr, weil dir nichts unmöglich ist, so mache der Ratschkattl einen zweiten Mund, weil mit dem einen die Wörter schon Schlange stehen und nicht so schnell raus können 

Nach diesen Anliegen verabschiedete sich der Pater Franziskus von den Zuhöreren und bekam für seine Rede herzlichen Applaus.

 

 


Nach einer Unterbrechung kam dann der zweiter Teil des Abends. Das Duo „Luk und Erika“ kam auf die Bühne. Sie gaben den begeisterten Zuhörern Kostproben ihres Derbleckens und nahmen sich die Bürger der Reihe nach vor. Mit eigener Begleitung setzten sie gezielte Gstanzl, die immer punktgenau und treffend die Ereignisse beschrieben. So mancher sah sich dabei genau erkannt und musste den Spott über sich ergehen lassen. Mit großem Applaus wurden sie von den Zuhörern verabschiedet.


Die Dorfgemeinschaft konnte ein gelungenes Starkbierfest verzeichnen, wobei die zahlreichen Gäste bestens unterhalten und verpflegt wurden.
Ein herzlicher Dank allen Besuchern, die der Veranstaltung einen würdigen Rahmen gaben, dem Pater Franziskus für die gelungene Fastenpredigt und dem Duo „Luk und Erika“ für ihre würzigen Gstanzl. Des weiteren einen herzlichen Dank allen Helfern im Service, die für einen reibungslosen Ablauf des Festes gesorgt haben.


Bilder des Abends sind in die Galerie eingestellt.

Zeitungsbericht von Elisabeth Ammer