Da nicht nur zur Osterzeit, aber hier besonders,  das Kreuz eine wichtige Rolle spielt, soll hier ein kleiner Rückblick auf die Reise unseres wertvollen Leinbergerkreuzes zu einer Ausstellung nach Landshut gemacht werden.

 

 

Als unser Kruzifix auf Reisen ging….

 

In der Spitalkirche Heiliggeist in Landshut organisierten die Museen der Stadt Landshut vom 21. Oktober 2006 bis zum 11. März 2007 eine Ausstellung um die Werke des Bildhauers Hans Leinbergers und seinen Schülern.

In der Filialkirche in Oberharthausen hängt auch ein großes Kruzifix, das dieser Künstlerwerkstatt um Hans Leinberger ( „Donauschule“) zugerechnet wird. Der damalige Kirchenpfleger Hans Schmaißer und Pfarrer Josef Schmaißer organisierten die Teilnahme unseres Kreuzes an der Ausstellung in Landshut. Hier gesellte sich unser Kreuz zu insgesamt 39 Exponaten aus Altötting, Linz, Ettal, Regensburg, München, Passau usw. dazu und durfte unter den vielen Werken des großartigen Meisters glänzen.

img20250410 10021430

Das Leinbergerkruzifix in der Filialkirche Oberharthausen

 

 

img20250410 10560305

 

Ausstellung in der Spitalkirche Heiliggeist mit den Werken von Hans Leinberger

 

 


 

 

 

Beschreibung des Kruzifixes aus dem Buch der Leinbergerausstellung

 

img20250410 10044332

img20250410 10054780

 


 

Sage um das Kreuz

 

Im Dorf wird eine alte Sage erzählt. Es soll in alter Zeit eine Fürstin durch das Dorf gefahren sein und dabei im Schlamm auf der Dorfstraße hängen geblieben sein. Daraufhin soll sie den Anrainern das noch heute bestehende Gemeindeholz in Metting am Schloßberg vermacht haben, mit der Auflage, dass sie den Weg mit Knüppelholz befestigen mussten. Das wurde auch nachweislich so gemacht. Ein Holz aus dem Unterbau der Straße ließ Pfarrer Josef Schmaißer untersuchen. Dabei wurde die Wachstumszeit des Fichtenholzes vom Institut auf die Zeit von 1781 – 1828 gelegt. Außerdem erzählt die Sage, soll die unbekannte Fürstin auch dieses wertvolle Kreuz der Kirche gestiftet haben.

 

Screenshot 2025 04 11 094059

 


 

Kruzifix auch in der „Sammlung der Kunstdenkmäler von Bayern“

 

img20250410 10135422 

1925 erschien vom Landesamt für Denkmalschutz

und dem Bezirksamt in Straubing das Buch der

„Sammlung der Kunstdenkmäler von Bayern“.

Darin werden auch zwei Exponate unserer Kirche erwähnt. 

Einmal die Pietá aus dem Jahr 1420 , die in der Kirche

vorne über der Läuthaustüre im Altarraum angebracht ist,

und zum zweiten das Kruzifix, geschaffen aus der Werkstatt

von Hans Leinberger um 1520.

 
 Pietá  Kruzifix

 

 

Wie genau das große Kruzifix letztendlich nach Oberharthausen kam, kann nicht mehr erforscht werden. Die Experten der Ausstellung glaubten, dass es sich dabei um eine Schenkung von der Pfarrei Atting handelt. Aus der Pfarrei Atting wurden bei einer Restauration 1857/58 viele kirchliche Gegenstände entfernt, weil es eine neugotische Ausstattung erhielt.  Vielleicht wurde dabei auch dieses wunderbare Kreuz, wegen der Zugehörigkeit zur Pfarrei Atting, nach Oberharthausen gebracht. Auf Nachfrage in der Pfarrei Atting wurde gesagt, dass es keine schriftlichen Aufzeichnungen in den Kirchenbüchern zu diesem Fall gibt. So wird die genaue Herkunft immer ein Geheimnis bleiben. Für die Oberharthausener ist ja sowieso klar, dass die Kirche Oberharthausen das Kreuz von der geheimnisvollen Fürstin als Geschenk bekommen hat….