
Bei angenehmen Temperaturen wurde am Markustag in der Pfarrgemeinde Perkam eine Wallfahrt nach Antenring abgehalten. Die Wallfahrt begann von der Pfarrkirche Perkam aus über Oberharthausen und Pönning zur Wallfahrtskirche „Unserer Lieben Frau zu Antenring“. Es nahmen an die dreißig Wallfahrer an dem Fußmarsch teil.
In Antenring wurde ein Gottesdienst gefeiert und der Organist Heinrich Reif spielte auf der neu restaurierten Veichtmayr-Orgel. Die Wallfahrer sangen dazu auch sein herrliches selbst komponiertes Wallfahrtslied „Mutter Gottes von Antenring“.

Ein paar Anmerkungen zum Bittgang:
Die jüngsten Pilger waren weit über 50 Jahre.
Wo sind eigentlich die Kinder und Jugendlichen in unserer Pfarrgemeinde geblieben?
Wo sind die Eltern, die ihre Kinder anhalten, auch bei einem Bittgang mitzumachen?
Wo sind die Kommunionkinder und die Ministranten oder die sonst so coole Jugend wenn es um Bittgänge geht?
Früher fanden in der Kreuzwoche (Woche vor Christie Himmelfahrt) drei Bittgänge statt.
Da gingen auch regelmäßig die Kinder und Jugendlichen mit. Die Alten erzählen, dass allein von Oberharthausen schon dreißig Pilger mitgegangen sind. Der Bittgang nach Antenring wurde dadurch zu einem sehr ansehnlichen langen Zug.
Schade, daß anscheinend für manche Kinder und Jugendliche der Glaube nach der Kommunion oder der Firmung abrupt endet.
Man hört, dass die Kinder in der Coronazeit besonders leiden. In einem Bittgang könnten sie ihre Nöte und Sorgen mit zur Gottesmutter tragen. Es gibt doch genug Gründe, sei es um gute Noten, um Gesundheit oder um den Frieden auf der Welt betend zu pilgern. Warum tun sie es dann nicht, oder werden von den Eltern nicht dazu angehalten? Alle haben doch ihren Glauben zu Christus bekannt, man kann ihn auch mal in einem Bittgang bezeugen.
Viele sind in Sportvereinen, wandern, fahren Rad, fahren Ski, gehen ins Fitnessstudio und sind körperlich fit. Diese drei Stunden Bittgang würden ihnen körperlich nicht weh tun und es wäre eine gut genützte Lebenszeit.
Ihre Teilnahme wäre ein Gewinn und schönes Zeichen, dass alte christliche Werte auch von der Jugend übernommen und später wieder weitergegeben werden.
Die Dorfgemeinschaft Oberharthausen bedankt sich bei bei Pfarrer Markus Daschner und allen Bittgängern für ihre Teilnahme an der heuerigen Markuswallfahrt nach Antenring.
Markus, der Bischof von Alexandrien ging als Märtyrer in die Kirchengeschichte ein. Viele Gotteshäuser in Bayern haben den Heiligen und Evangelisten , mit dem Löwen als Attribut, zu ihrem Kirchenpatron erwählt.
Der Hl. Markus ist Patron von Venedig und der Insel Reichenau; der Bauarbeiter, Maurer, Glaser, Glasmaler, Laternenmacher, Korbmacher, Mattenflechter, Notare und Schreiber; gegen Unwetter, Blitz, Hagel, Krätze, Qualen und unbußfertigen oder jähen Tod; für gutes Wetter und gute Ernte

Blick in den Dom San Marco in Venedig; die Markusreliquien liegen unter dem Baldachin hinter der Ikonostase (eine mit Ikonen geschmückte Wand mit drei Türen, die in orthodoxen Kirchenbauten zwischen dem inneren Kirchenschiff und dem Altarraum steht)
Zitat von einem Markusbittgang in Dengling
Zum Markusbittgang schrieb der Riekofener Pfarrer Georg Loichinger, der von 1882 bis 1900 in der Pfarrei Riekofen amtierte, (Zitat):
„Welche Menschenmasse und die kleine Kirche! Umzug über Umzug wurde von der jünngeren Menschenklasse getrieben; ein Teil der Bittgänger ging im Dorf spazieren, ein Teil suchte das Wirtshaus auf und viele stiegen auf den Gräbern herum. Das ist kein Bittgang, sondern ein wahres Haberfeldtreiben. Vom Jahre 1883 an traf ich die Einrichtung, dass nach Dengling nur mehr die Gemeinde Mötzing mit dem Kreuz kommen darf. Die anderen Gemeinden der Pfarrei sammeln sich am St. Marrkustg hiermit in Taimering, welche Kirche leicht die 4 Gemeinden fasst“.
(Heimatbuch der Gemeinde Mötzing 2007 , Josef Gstettmer)
BUERNREGELN zum Markustag
- Vor dem Markustag, sich der Bauer hüten mag.
- Gibt's an Markus Sonnenschein, so erhält man besten Wein!
- Ist’s jetzt um den Markus warm friert man danach bis in den Darm.
- So lang es vor St. Markustag warm ist, so lang es nachher kalt ist.
- Georg und Markus ganz ohne Trost, erschrecken uns sehr oft mit Frost;
- Leg erst nach Markus Bohnen, er wird`s dir reichlich lohnen;
doch Gerste, die sei längst gesät denn nach dem Markus ist’s zu spät. - Ist auf Markus die Buche grün, gibt's ein gutes Jahr.
- Was St. Markus an Wetter hält, so ist's auch mit der Ernt' bestellt.
- Bauen um Markus schon die Schwalben, so gibt's viel Futter, Korn und Kalben.
Eindrücke von der Wallfahrt nach Antenring













