
Kirche Oberharthausen österlich geschmückt
Wie immer werden die Kirchen in Bayern zu Ostern festlich geschmückt. So auch wieder in Oberharthausen und in der ganzen Pfarrgemeinde. Auch die neue Osterkerze steht wieder am Altar. Sie wurde in der Osternacht in Perkam durch Pfarrer Markus Daschner feierlich geweiht. Die Ministranten gaben wieder ihr Bestes und haben vorbildlich "geklapfelt", nachdem ja diese Ministrantenaufgabe zwei Jahre wegen Corona ausgefallen war. Auch der österliche Kirchenschmuck in Oberharthausen wurde von der Mesnerin Martina Pömmerl wieder geschmackvoll in Szene gesetzt. Zuvor hatten die Frauen die Kirche einem gründlichen Frühjahrsputz unterzogen.
Die Dorfgemeinschaft bedankt sich bei allen, die durch ihren Einsatz wieder eine österliche Stimmung nach Oberharthausen gebracht haben. Sei es durch den Kirchenschmuck oder das traditionelle Klapfeln zum Tagesanfang, zu Mittag und zur Abendruhe. Danke auch dem Stifter der Osterkerze und den Frauen für die Kirchenreinigung. Sie haben alle dazu beigetragen, dass nach den schwierigen Coronajahren wieder ein Stück Normalität ins Dorf eingezogen ist.
Die Osterkerze gilt als reine Opfergabe für Gott und symbolisiert die Feuersäule des Neuen Bundes. Wie das Volk Israel damals durch die Wüste und durch das Rote Meer hindurchzog, indem es der Feuersäule folgte, so ziehen heute die Christen in der Osternacht in die Kirche ein und folgen der brennenden Flamme der Kerze, Zeichen für den auferstandenen Christus. (Quelle: Wikipedia)
Palmsonntag früher, Danner Sepp und Zellmer Sepp erzählen......
„Jeder Bua hätt den gößten Palmbaam ming. Je nach Betrieb und wo halt der größte Palmbaum gstandn is, do hod ma den schönsten obaschneidn könna. Dann ist er am Sonntag gweicht worn. De ganzn Buam haben einen ghabt, de ganze Kircha is vollgstandn. De Palmbaam haben ja Äst ghabt. De Buam warn ja auch Lumpn und hamm dene Weiber den Huat obagwischt. Nacha hods da Pfarra vorn gweicht und dann hammans de Buam wieda aussatrong und heraust oigloid und dann is de Kircha gwen. Dann is der Palmbaam a Wocha am Dach obngleng, meistens am Scheißhäusldach oder irgendwo am Schupfadach und am Freitag hod ma den obado, und hod ma den Palmbaam obgschnien e so zwanzg Zentimeter lange Stückl und hod a birkas Scheidl oignoglt. Am Samstag in der Früah is um achte de Kircha in Pönning gwen und vor der Kircha host end sa müaßn. Do hod da Pfarrer des Feia gweicht und do hamm de Kinder de Steckan eiholtn müassn. Oi hand Hund gwen und hamm bolgt und gscherzt und des Feia hod brennt wia da Teifl und hod den Stecka fast obabrennt und de hammand na a braucht zum Kreuzl mocha. Kloane Kreizl mit an Buchsbaam eizwickt, de hod ma nacha ins Feld auetrong und hod man auf des Vorbettl hingstellt und dann no a Krugl voi Weihwasser hingstellt und in den Acker eigspritzt, dass des Sach gwochsn is.

Ministranten und Pfarrer Schwarzer von Martinsbuch tragen die "Palmbaam" in die Kirche
Ostermontag (Emaustag) – Pfarrer Josef Schlicht (Bayrisch Land und Bayrisch Volk)
Nach dem Mittagstische geht die ganze Familie zur Felderweih. Der Bauer voraus. Er und jeder Knecht und jeder Knabe mit einem Armvoll geweihte Palmbaumkreuzlein, die Bäuerin mit einer Krugl voll geweihtes Karsamstagswasser, jede Dirn und jedes Mädchen die Schürze von „Ablaßeier“ und geweihte Schalen. Der Ritus dieses alten, bayerischen, österlichen Saatsegens ist folgender. Man gräbt in den Acker ein Loch und legt geweihte Eierschalen darein, gießt noch karsamstagstauf drüber und ebnet dann die Erde, segnet in Kreuzesform das Feld und steckt ein geweihtes Palmkreuzchen darauf unter Gebet und Gottvertrauen. So von Acker zu Acker. Hernach führte der Hausvater seine sämtlichen Leute in die Tafern und hält sie zechfrei mit Bier und Eierweckeln. Das ist der geheime Grund, warum auch Knechte und Dirnen so fleißig mit Felder weihen.
Ablaßeier:
Der grüne Donnerstag trägt in Bayern den ländlichen Namen „Ablaßpfinzta“ und hat bereits seine hohen Eigentümlichkeiten. Nämlich die Eier, welche von sämtlichen Hofhennen am Grünen Donnerstag gelegt werden, heißen „Ablaßeier“, und ihnen wohnt nach den Volksglauben eine besondere Geheimkraft inne. Sie kommen allesamt zur österlichen Speisenweihe, und damit ja die auserlesenen „Ablaßeier“ ( Entlaß, in den ersten Zeiten der katholischen Kirche wurde an diesem Tage die öffentlichen Kirchenbüßer losgeprochen, entlassen) nicht mit gewöhnlichen verwechselt werden, ist ihre Schale unten und oben eingebrochen. Als Merkzeichen also, aber noch aus einem geheimen Nebengrund: damit die kirchliche Segnung mit doppelten Strom in sie eindringe.
Danner Sepp weiß noch, dass es auch in Oberharthausen diesen Brauch der Ablaßeier gab. Hier wurden die Eierschalen aber nicht im Feld, sondern in die erste Strohgarbe im Stadel gesteckt, um den Segen für den die Ernte und den Hof zu erhalten.
Sepp sagt, dass früher zu Ostern auch noch in der Kirche von Oberharthausen ein heiliges Grab von Jesus im Altarraum vorne aufgebaut wurde.
Was es heute auch nicht mehr gibt, ist das Vorrücken der Kinder auf den Knien über den Kirchengang zu einem Kreuz, das vor dem Altar auf den Boden gelegt wurde. Hier wurde dazu an den Kreuzwegstationen ein Vaterunser gebetet. Wenn man am Kreuz angekommen ist, dann küsste man die Wundmale des Herrn.
Kirchenputz der Frauen zu Ostern in Oberharthausen

Bilder von der Ostereiersammlung und dem Klapfeln der fleißigen Ministranten




Video von Franz Pömmerl zum Klapfeln der
Ministranten am frühen Morgen um 6 Uhr.
Bilder vom Osterschmuck der Oberharthausener Kirche





Bilder vom Osterschmuck der Pönninger Kirche






Bilder vom Osterschmuck der Perkamer Kirche



