Ich möchte hier auf Initiative von Herrn Pfarrer Schmaißer die Geschichte eines Mannes in unsere Webseite stellen, der im 2. Weltkrieg über 380 Mal in den Stalingrader Kessel geflogen ist, um verwundete deutsche Soldaten auszufliegen oder um die Soldaten mit Lebensmitteln und Gerät zu versorgen. Es handelt sich dabei um Willi Stolzewski. Dieser hochdekorierte Offizier mußte nach dem Krieg auch die Schattenseite kennenlernen, bis er dann wieder seinen Traum vom Fliegen nachkommen durfte.

Er ist den Älteren in Oberharthausen noch wohl bekannt, hat er doch eine Tochter vom Wallner (Schmied), die Maria, geheiratet. Er besuchte regelmäßig das Dorf und schätzte die Geselligkeit beim Sonntagsfrühschoppen in der „Hall“.

Es war der Wunsch in Oberharthausen begraben zu werden. So ist es auch geschehen, und er liegt neben seiner geliebten Frau am Friedhof in Oberharthausen.

Die Geschichte wird von seiner Tochter Ursula Larisch erzählt. Die Bilder sind teilweise Symbolbilder aus dem Internet, aber auch viele Originalbilder aus der Kriegszeit und der Ausbildung von Willi Stolzeweski. Diese Bilder haben Ursula Larisch und ihre Schwester Ulrike Stolzewski dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt.

 

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Versorgungsflüge zur 6. Armee nach Stalingrad

 

 

An Versorgungsgut wurden der 6. Armee in 70 Einsatztagen 6591 Tonnen überflogen, die sich auf die einzelnen Versorgungspahsen folgendermaßen verteilen:

25.11. – 29.11. 1942   269 Tonnen

30.11. – 11.12. 1942   1.167 Tonnen

12.12. – 21.12. 1942   1.377 Tonnen

22.12. – 11.01. 1943   2.414 Tonnen

12.01. – 16.01. 1943   300 Tonnen

17.01. - 23.01. 1943    90 Tonnen

24.01. – 02.02. 1943   779 Tonnen

 

Betriebsstoff:     1.648 Kubikmeter

Munition:           1.122 Tonnen

Verpflegung:      2.020 Tonnen

Verschiedenes:   129 Tonnen

Rücktransport:   24.910 Verwundete und Kranke

Der Kampf der Luftwaffe um Stalingrad und der Versuch zur Rettung der 6. Armee war zu Ende gegangen. Von den dabei erlittenen Verlusten sollte sich die Luftwaffe nie mehr erholen. Vom 24. November 1942 bis zum 31. Januar 1943 waren durch feindliche Jäger, Flak oder sonstige Einflüsse f9olgende Flugzeuge verloren gegangen:

Ju 52:       266

He 111:     165

Ju86:        42

FW 200:    9

He 177:     5

Ju 290:      1

Das waren 488 Flugzeuge mit insgesamt 1000 Mann, die bei den Abstürzen den Tod fanden.  

 

Quelle: Walter Mönch, Zweiter Weltkrieg, Erlebnisbericht von der Luftbrücke nach Stalingrad)

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(…) Der Abtransport der Verwundeten bereitete nach wie vor die größten Sorgen. Truppenteile und Verbandsplätze schickten ihre Verwundeten unmittelbar an den Platz und an die Maschinen. Die Fahrzeuge stauten sich vor dem Platz, wahllos strömten Verwundete und Kranke heran und schleppten sich mit letzter Kraft durch den Schnee, immer nur von dem einen Gedanken beseelt: dort vorn bei den JU 52 ist Rettung! Sie mussten nur einen Platz bekommen: stehend, liegend, das war ihnen völlig gleich. Nur aus der Hölle herauskommen, das war die einzige Devise. Die Maschinen waren überfüllt. Mit Gewalt mussten die Besatzungen jene Männer vertreiben, die noch mitgenommen werden wollten, weil sie dicht vor dem Einstieg standen. Aber es half nichts. Wenn die maximle Belastung erreicht war, musste geflogen werden, wenn nicht alle in der Maschine befindlichen Verwundeten, Besatzungen und die Maschine selbst vernichtet werden sollte. Zu oft waren am Anfang Maschinen derart beladen, daß sie nicht vom Boden abheben konnten und am Ende des Platzes zerschellten.

An Flächen und Leitwerken und auch in den Aufhängungen der Laufwerke klammerten sich die Verzweifelten fest. Weder durch gute Worte noch durch Befehle konnten sie von diesem tödlich endenden Abenteuer abgehalten werden. Diese Plätze würden für sie den Tod bedeuten. Sie mußten mit Gewalt entfernt werden. Einer dieser Piloten hat dem Autor berichtet, daß er von der Schußwaffe Gebrauch machen mußte. Die Bilder dieser Tage verfolgen ihn heute noch…. (..)

Quelle: Franz Kurowski, Luftbrücke Stalingrad 1988

 


 

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